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    Review: LG Optimus Speed

    Thaddeus Herrmann
    May 30, 2011
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    Vor dem Atrix von Motorola und knapp vor dem Sensation von HTC ist das Optimus Speed von LG bei uns als erstes Doppelprozessor-Smartphone auf den Markt gekommen. Nach kleinen Verzögerungen. Für runde 400 Euro ohne Vertrag bekommt - zumindest auf dem Papier - einiges für sein Geld: 8-Megapixel-Kamera mit FullHD-Videos bei 1920x1088p), ein 4"-Display mit 800x480p, einen HDMI-Ausgang, DLNA, reichlich Speicher und microSD-Slot zum Beispiel. Andererseits muss man sich für den Moment mit Android 2.2, also Froyo, zufrieden geben. Wie sich das Flitzer-Handy im täglichen Gebrauch schlägt? Lest unsere Review hinter dem Break.

    Gallery: LG Optimus Speed: Unboxing | 22 Photos







    Hardware

    Fangen wir zunächst beim Gehäuse an, denn das kann sich sehen lassen. Das Optimus Speed ist schlank, sehr elegant, liegt fantastisch in der Hand und ist mit 147 Gramm weder zu schwer noch zu leicht. Die gesamte Verarbeitung ist absolut vorbildlich und es sind vor allem die Details, die uns hier begeistern. Die sanfte Rundung des Displays am Rahmen zum Beispiel, der Übergang zwischen den beiden Komponenten an den vier Ecken des Smartphones, die fast eine optische Illusion auslösen und uns beim ersten Hinschauen denken lässt, dass das Glas unter dem Rahmen verschwinden würde. Die Zurückhaltung in Sachen Design macht das Optimus Speed zu einem zeitlosen Gerät, keine Komponente drängt sich in den Vordergrund. Auch die Wahl des Kunststoffs für die Rückseite ist eine sehr gute Wahl: Das gummiartige Plastik verhindert, dass das Handy hin- und herrutscht. Im Gegensatz dazu ist der silberne Streifen mit Google-Logo aus Aluminium und weist den Weg zur leicht erhöht liegenden Kamera inklusive LED-Blitz. Während der Sensor hinter Glas geschützt ist, liegt der Blitz komplett offen. Das ist vor allem ein Design Faux-pas: der einzige, den das Optimus Speed aufzuweisen hat. Das Optimus Speed ist eines der best verarbeiteten Smartphones, die wir seit langer Zeit gesehen haben, das Design und die Detailverliebtheit setzt Maßstäbe.

    An der Oberseite des Smartphones finden sich Kopfhörer-Ausgang, An/Ausschalter und hinter einem kleinen Türchen der HDMI-Ausgang. Auf der rechten Seite befinden sich die Lautstärke-Regler, an der Unterseite der Lautsprecher, das Mikro und USB. Auf der Vorderseite befinden sich unterhalb des Screens die typischen vier kapazitiven Android-Knöpfe, oberhalb des Displays die Sensoren und die zweite Kamera. Display selbst hat mit 800x480p nicht die Auflösung des iPhone 4 oder des Sensation von HTC, ist aber ein IPS-Display mit solider Farbtiefe und hervorragendem Betrachtungswinkel. Die "fehlenden" Pixel bemerkt man schlichtweg nicht, hier sind User mit Faible für Kleingedrucktes auf der sicheren Seite.


    Gallery: LG Optimus Speed vs iPhone 4 - Display | 5 Photos



    Ein wenig irritierend für LG-Neulinge ist die Art und Weise, wie die Sensitivität des Touchscreens eingestellt ist. Das fällt schon beim Lockscreen auf, bei dem es einen deutlich festeren und beherzteren Swipe braucht, um auf den Homescreen zu gelangen. Und auch das Manövrieren zwischen den sieben Homescreens bedarf eines gewissen Drucks. Keine große Sache, es erfordert lediglich ein wenig Eingewöhnung.

    TEGRA 2 & SOFTWARE

    Der Doppelprozessor mit je 1GHz leistet im Optimus Speed ganze Arbeit. Wir mussten uns in der Vergangenheit selten beklagen über inakzeptable Performance auf Android-Geräten, der Tegra 2 fügt dem Smartphone im täglichen Umgang aber noch ein i-Tüpfelchen an Geschwindigkeit hinzu, das zumindest gefühlt einen großen Unterschied ausmacht. Programmstarts etc., gerade bei Spielen, gehen schnell wie der Blitz vonstatten. LG begnügt sich beim Optimus Speed allerdings nicht mit mit dem schnellen Prozessor. Acht GPU-Kerne stehen hier zur Verfügung, was einerseits die Perfomance von Spielen und auch von Google Maps enorm pusht, aber andererseits vor allem im Zusammenspiel mit dem HDMI-Ausgang überzeugende Ergebnisse liefert. Jenseits von Videos werden hier beide Displays, also das des Smartphones und der Fernseher unterstützt. Ohne Ruckeln und Zuckeln. Schade allerdings, dass das entsprechende Kabel bei unserem Testgerät nicht dabei war.


    Jenseits der HDMI-Funktionalität und der Grafikstärke dürfte der Doppelprozessor denjenigen, die immer wieder mal aktuelle Smartphones ausprobieren, kaum auffallen. Natürlich sind die Benchmark-Tests auf dem Papier beeindruckend, im täglichen Umgang fallen sie aber nicht so ins Gewicht, dass man sofort losrennen möchte, um sein Snapdragon-Smartphone gegen das Optimus Speed einzutauschen. Das hat auch mit der fehlenden Optimierung seitens LG zu tun, die Software ist nicht in der Lage, die Prozessorkraft angemessen zu nutzen. Das geht schon bei den Homescreens los. Von der anders eingestellten Sensitivität des Touchscreens abgesehen, ist ein Ruckeln beim Wechsel zwischen den Screens immer präsent, egal wie schnell oder langsam, wie rabiat oder vorsichtig man nach links oder rechts wischt. Diese Unaufmerksamkeit bei LG ist uns schlicht und einfach unbegreiflich, ist es doch genau das, was man als erstes mit seinem neuen Telefon ausprobiert. Zumal LG im Gegensatz z.B. zu HTC Android zwar spürbar, aber nicht so umfassend "geskinnt" hat. Solle alles flutschen, zuckelt aber einfach zu oft. Zum Beispiel der Pinch-To-Zoom für die Übersicht aller Homescreens. Wer sein Telefon vor allem für die Basics verwendet - SMS, E-Mail, Facebook -, Aufgaben, für die man noch nicht einmal die Apps nutzen muss, sondern auch mit den Widgets der Homescreens hinkommt, für den bleibt der Tegra 2 ein Mysterium. Erst in den den aufwendigen Programmen und Spielen zeigt sich das Potenzial des Prozessors. Kurz und gut: LG hat die eigene Skin nicht im Griff. Das wäre an sich schon betrüblich, ist es doch das Killer-Feature, der Wow-Effekt, den man ganz zu Beginn zu gesicht bekommt. Doch die Probleme reichen offenbar tiefer. Die User-Foren sind voll mit Beschwerden über plötzliche Abstürze, Reboots und Vollbremsungen des Telefons. Auch bei unserem Testgerät können wir das beobachten: So kam es diverse Male vor, dass wir beim Versuch, das Telefon zu benutzen, also auf den Lockscreen vorbereitet waren, plötzlich den PIN unserer SIM-Karte eingeben sollten, das Telefon also mittlerweile abgestürzt war. Ausgesprochen unschöner Bug. Die gute Nachricht ist, dass LG an der Behebung des Problems arbeitet und einen Software-Patch vorbereitet. Die schlechte Nachricht ist, dass die Fertigstellung aktuell auf Mitte Juni verschoben wurde, das wird viele User zur Weißglut bringen, zu Recht. Diese Basics sollte man am Start haben, bevor man ein derartiges Prestige-Smartphone ausliefert. Da das Telefon mittlerweile schon ein paar Wochen bei uns erhältlich ist, interessieren uns hier besonders eure Erfahrungen. Denn - auch das ist wichtig - nicht alle Geräte haben laut LG mit diesen Problemen zu kämpfen.


    Audioqualität & Batterie
    LG hat die Lautsprecher/Mikro-Kombo genauso arrangiert wie Apple beim iPhone 4. Die Sound-Qualität des Lautpsrechers ist in Ordnung, reicht aber genau wie bei der Konkurrenz bei weitem nicht aus, um auch nur zwei Minuten lang ernsthaft etwas anhören zu können. Umso besser die Audioqualität bei Telefonaten, hier gibt es nichts auszusetzen.
    Ebenso wie bei der Laufzeit der Batterie. Natürlich würden wir uns hier mehr wünschen, mit einigen Telefonaten, viel E-Mail, dem üblichen Web-Quatsch und einem Mix aus WiFi und 3G hat uns das Optimus Speed einen Tag lang nicht im Stich gelassen, musste dann aber auch dringend ans Netz. Ähnlich wie beim HTC Incredible S sollte man nicht zu viele Bilder und Videos schießen, wenn man den ganzen Tag ohne Steckdose auskommen und am Abend noch dringend telefonieren muss.


    Kamera
    Das Optimus Speed ist mit einer 8-Megapixel-Kamera ausgestattet, die uns gut gefallen hat. Vor allem der Detailreichtum der Bilder hat uns überzeugt. Über das Farbklima im Automatik-Modus lässt sich streiten und in Sachen Farbtiefe und Brillanz werden sicherlich viele User enttäuscht sein, uns hat die "flache" Darstellung aber nicht gestört. Das Interface der Kamera-App wurde von LG gut und überzeugend personalisiert, die Einstellungsmöglichkeiten sind vielfältig. Die Auslösegeschwindigkeit bewegt sich im oberen Mittelfeld. Verlässt man sich auf en Blitz, ist allerdings Vorsicht geboten: Der ist gnadenlos hell. Die zweite Kamera auf der Vorderseite verfügt über 1,3 Megapixel und taugt erwartungsgemäß jenseits von Videochats in guten Lichtverhältnissen und den obligatorischen Selbstportraits wenig. Die Videofunktion der Kamera hinten leistet gute Arbeit.

    Gallery: LG Optimus Speed: Kamerabilder | 8 Photos









    Gelungen ist auch die Galerie-App, in der die diversen Foto- und Video-Stapel sehr fein dargestellt werden, und die diese Darstellung sogar durch Informationen des Bewegungssensors verändert. Ein funky Bonus.

    Gallery: LG Optimus Speed: Galerie-App | 4 Photos




    Fazit
    Wir waren in der Vergangenheit generell nur mäßig an Smartphones von LG interessiert, Android hin oder her. Mit dem Optimus Speed ändert sich das, es leistet überzeugende Arbeit, auch wenn im Moment wenig Dienste und Features zur Verfügung stehen, um die Kraft des Tegra 2 wirklich auszunutzen. Überhaupt hat LG wenig Alleinstellungsmerkmale im Angebot, was die Software angeht. Die Oberfläche ist mit einer Schicht koreanischer Popkultur überzogen, so weit wie HTC zum Beispiel geht LG aber nicht. Das dürfte vielen Nutzern sehr recht sein, andererseits fragt man sich aber auch, warum hier überhaupt Veränderungen vorgenommen werden. An eigener Software hat LG nichts zu bieten. Der "App Advisor", der einem Apps aus dem Market empfehlen soll, ist ein schlechter Witz, die Facebook-App hat genau so viele Defizite wie die der Konkurrenz. Android 2.3 würde dem Optimus Speed ebenfalls sehr gut stehen. LG muss sich außerdem beeilen, die wirklich peinlichen Software-Bugs zu bereinigen. Sobald das geschehen ist, steht einem Kauf eigentlich nichts im Wege. Die Hardware ist fantastisch und trotz Doppelprozessor - man kann ja auch mal in die Zukunft investieren, oder? - nicht teurer als aktuelle Smartphones der Konkurrenz. Wir raten aber dringend dazu, den Software-Patch abzuwarten. In zwei Wochen soll es soweit sein, wir drücken die Daumen, dass nichts dazwischen kommt.


























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