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Apples ResearchKit ist jetzt für alle da (plus zwei schlechte Nachrichten)

Felix Knoke
April 15, 2015
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ResearchKit, Apples quelloffene Umgebung zur Aufwertung der iDevices zu Diagnosewerkzeugen steht nun Forschern zur Entwicklung eigener Apps zur Verfügung. Das heißt, dass nach Apples eigenen Apps zur Erkennung und Vermessung von Asthma, Brustkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankung, Diabetes und Parkinson nun auch weitere Apps zur medizinischen Selbstüberwachung auf den Markt kommen könnten. Nach dem Break die Apple-Pressemitteilung dazu.

Ein interessanter Partner hat sich schon gemeldet: Nachdem Apple und IBM schon vergangenes Jahr eine weitgehende Kooperation bekannt gegeben haben, legt IBM nun mit der Watson Health Cloud nach, ein zentraler, offener Datenspeicher und Datenanalysetool für Wissenschaftler. Dafür hat IBM eine eigene Firma gegründet, die IBM Watson Health, für die laut Forbes 2.000 Personen arbeiten sollen.

Nach dem Break zwei Gedanken, warum man sich über so eine Kooperation nicht unbedingt freuen sollte.

Aus IBMs Pressemitteilung kann man nur schwer herauslesen, was genau geplant ist. Ich vermute: Alle Daten, die über Health- und ResearchKit-Apps eingesammelt werden und an die Health-Cloud angeschlossen sind, werden anonymisiert zusammengeworfen und so für größere Datenanalysen bereit gestellt.

Interessant - und problematisch - ist, dass Apple angekündigt hat, Watson/Health-Cloud-Apps in HealthKit und ResearchKit bereit zu stellen. Das heißt, dass Entwickler einen Anreiz haben werden, ihre Daten bei IBM und nicht etwa in eigenen Servern zu speichern. Es wird interessant sein, wie transparent diese zentrale Datenspeicherung gegebenenfalls für Anwender gemacht wird - und es sollte auch eine Diskussion darum geben, in wie fern man Gesundheitsdaten so zentral abspeichern sollte, Anonymisierung hin oder her - und in wie fern solche Daten wieder zurückspielen könnten in eine Verschärfung der Position der Anwender gegenüber Versicherungen und Gesundheitspolitik.

Sprich: Der persönlichen Arbeit an der eigenen Gesundheit könnte also eine Verschärfung der finanziellen persönlichen Situation zur Folge haben. Einerseits durch eine genauere Vorhersage von individuellen Gesundheitsrisiken, andererseits bei nur vermeintlich vorteilhaften personalisierten Versicherungen.

Zwei Beispiele:

  • Versicherungsunternehmen könnten einen noch größeren Vorteil bei der Wette um Eure Lebenserwartungen bei der Vergabe von Lebensversicherungen haben. Das heißt, dass ihr noch wahrscheinlicher bei solchen Geschäften den Kürzeren zieht.
  • Maßgeschneiderte Versicherungen locken mit einem Preisnachlass bei "gesundem Verhalten". Typischerweise befürchtet man Apps, mit denen man der Versicherung beweisen muss, dass man sich auch wirklich "gesund" verhält (wobei "gesund" wirklich nur bedeutet: wenig Versicherungsleistungen in Anspruch zu nehmen, dazu zählt auch frühes Sterben). Aber mit so einem Datenanalyseansatz könntet ihr noch genauer vom Versicherungsunternehmen kategorisiert werden und ohne so eine freie Entscheidung "gesundes Verhalten vs. weniger Prämie" treffen zu können zum Abschluss einer vermeintlich günstigeren Versicherung motiviert werden. Wenn der Versicherer weiß, dass ihr mit erhöhter Wahrscheinlichkeit an einer sehr schnell tödlich verlaufenden Krankheit sterben werdet, kann er euch auch eine günstigere Versicherungsprämie gewähren.
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Apple gibt sofortige Verfügbarkeit von ResearchKit für medizinische Forscher bekannt

CUPERTINO, Kalifornien – 14. April 2015 – Apple hat heute angekündigt, dass ResearchKit, ein für medizinische und gesundheitliche Forschung entwickeltes Software-Framework, welches Ärzte, Wissenschaftler und andere Forscher unterstützt, Daten regelmässiger und zuverlässiger von Mobilgeräte nutzenden Teilnehmern zu sammeln, ab sofort für Forscher und Entwickler verfügbar ist. Die ersten mit ResearchKit entwickelten Apps untersuchen Asthma, Brustkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Parkinson und konnten alleine in den ersten Wochen ihrer Verfügbarkeit über 60.000 Anmeldungen durch iPhone-Nutzer verzeichnen.* Ab heute können medizinische Forscher auf der ganzen Welt ResearchKit nutzen, um ihre eigenen Apps zu erstellen und Entwickler können darüber hinaus neue Forschungsmodule zu dem Open-Source-Framework beisteuern.

"Wir sind sehr froh und ermutigt von der Resonanz auf ResearchKit aus medizinischen Kreisen und seitens der Forschungsgemeinschaft sowie den Teilnehmern die zur medizinischen Forschung beitragen. Studien, die in der Vergangenheit wenige hundert Teilnehmer anzogen, erreichen nun Teilnehmerzahlen in den Zehntausenden", sagt Jeff Williams, Senior Vice President of Operations von Apple. "Medizinische Forscher auf der ganzen Welt sondieren aktiv, wie ResearchKit ihnen dabei helfen kann noch weitere Erkrankungen zu untersuchen und wir glauben, dass die Auswirkungen auf das globale Verständnis von Gesundheit und Wohlbefinden umfassend sein werden."

Das Open-Source-Framework ermöglicht es allen medizinischen Forschern die ersten Module in ResearchKit zu nutzen, um Gesundheit und Wohlbefinden zu untersuchen und Krankheiten besser zu verstehen. Entwickler können außerdem basierend auf dem Open-Source-Code neue Module bauen und diese zu ResearchKit beisteuern. Die ersten individuell anpassbaren Module adressieren die gängigsten Elemente, die man innerhalb von Forschungsstudien findet – Zustimmung der Teilnehmer, Umfragen und aktive Aufgaben.

• Participant consent: Zustimmung der Teilnehmer ist ein wesentlicher Bestandteil von Forschungsstudien und mit ResearchKit können Forscher auf eine visuelle E-Consent-Vorlage zugreifen, die individuell anpassbar ist, um Einzelheiten der Studie zu erklären und die Unterschrift des Teilnehmers zu erhalten. Dieses Modul macht es Forschern einfach, Elemente wie Videosegmente, die die Studie erklären und ein interaktives Quiz zur Bestätigung des Verständnisses des Teilnehmers einzubauen.
• Surveys: Das Umfrage-Modul stellt eine vorgefertigte Benutzeroberfläche zur Verfügung, die es einfach macht Fragen und Antworten zum Vervollständigen durch Studienteilnehmer individuell anzupassen und unmittelbar mit Forschern zu teilen.
• Active Tasks: Das Active Task-Modul versetzt Forscher in die Lage gezieltere Daten für ihre Studie zu erheben, indem sie Teilnehmer dazu auffordern Aktivitäten auszuführen, die Daten mit Hilfe der fortschrittlichen Sensoren des iPhone generieren. Erste Active Task-Module umfassen Aufgaben zum Messen der motorischen Aktivitäten, Fitness, Wahrnehmung und Stimme. Dadurch, dass das Framework als Open-Source zur Verfügung steht, kann die Forschergemeinde sogar noch weitere aktive Aufgaben zu ResearchKit beisteuern.

"ResearchKit könnte uns dabei helfen, Menschen auf der ganzen Welt zu erreichen, die zur medizinischen Forschung beitragen möchten, aber möglicherweise nicht wissen wie, oder nicht in der Lage sind sich zu engagieren", sagt Ricky Bloomfield, Director of Mobile Technology Strategy und Assistant Professor in Internal Medicine & Pediatrics an der Duke University. "Unser Forscherteam startet jetzt die Entwicklung einer aufregenden neuen Studie unter Nutzung des ResearchKit-Framework, was es uns ermöglichen wird, Daten schneller und von einer größeren Anzahl an Teilnehmern zu erheben, als wir üblicherweise erreichen können."

"Dank der Allgegenwärtigkeit des iPhone und der eleganten Umsetzung von Zustimmung, Umfrage und instrumentierter Datenerhebung, birgt ResearchKit das grosse Versprechen, den Wandel, wie wir Patienten an der Forschung beteiligen, anzuführen", sagt Kenneth Mandl, MD, MPH, des Boston Children's Hospital Informatics Program. "Nun, da wir Zugriff auf das ResearchKit-Framework haben kann unser Team damit beginnen, die ersten Module anzupassen und sogar neue für unsere spezielle Studie zu entwickeln."

ResearchKit macht das iPhone zu einem starken Werkzeug für die medizinische Forschung. Die Zustimmung des Teilnehmers vorausgesetzt, können ResearchKit-Apps auf Daten der fortschrittlichen iPhone-Sensoren, wie dem Beschleunigungssensor, dem Gyrosensor, dem Mikrofon und den GPS-Sensoren zugreifen, um Einblick in Aktivitätsniveau, motorische Verfassung, Gedächtniszustand und mehr des Teilnehmers zu gewinnen. ResearchKit funktioniert nahtlos mit HealthKit, einer Softwareumgebung, die Apple mit iOS 8 eingeführt hat, um Entwicklern die Möglichkeit zu geben, dass Gesundheits- und Fitness-Apps miteinander kommunizieren können. Mit Einwilligung des Teilnehmers können ResearchKit-Apps auf Daten der Health App, wie Gewicht, Blutdruck, Blutzuckerspiegel und Nutzung eines Asthmasprays, die durch Geräte und Apps von Drittherstellern gemessen werden, zugreifen und diese nutzen.

Mehr Informationen zu ResearchKit unter www.apple.com/researchkit und Einzelheiten wie man Zugang zum Open-Source-Framework erhält unter www.researchkit.org .

*ResearchKit-Apps sind im amerikanischen App Store unter appstore.com/researchkit erhältlich und werden zukünftig auch in weiteren Ländern verfügbar sein. iPhone 5, iPhone 5s, iPhone 6, iPhone 6 Plus und die neueste Generation iPod touch unterstützen ResearchKit-Apps.

Apple designt Macs, die besten Personal Computer der Welt, zusammen mit OS X, iLife, iWork und diversen professionellen Softwareanwendungen. Apple führt die digitale Musikrevolution mit seinen iPods und dem iTunes Online Store an. Apple hat das Mobiltelefon mit dem revolutionären iPhone und App Store neu erfunden und definiert die Zukunft mobiler Medien und Computer mit dem iPad neu.
































In this article: Apple, Apples, IBM, ResearchKit
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