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    Moto X Style: Engadget-DE Review

    Sascha Koesch
    October 25, 2015
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    Ist Motorola mit dem Moto X Style endlich der Durchbruch ins Flagschiff-Segment gelungen? Ist die Kamera wirklich so gut, wie sie beteuern? Läuft hier endlich alles rund bei Motorola? So in etwa waren die Eingangsfragen, die uns beim Review des neuen Moto X Style beschäftigten und auf alle fanden wir in unserem Review eine klare Antwort.

    Der Übergang von Motorola zu Lenovo ist vollzogen, aber das Portfolio dieses Jahr gliedert sich dennoch nahtlos in die Vorleistung der Moto-Strategie ein. Während in den letzten Jahren Moto G und Moto X quasi als das Kleine und das Große durchgingen, mit dem Moto E dann noch ein wenig mehr Schwung ins untere Segment kam und Motorola drohte, sich vor allem einen Namen als die Firma zu machen, die zwar hervorragend erfolgreiche preisgünstige Smartphones bauen kann, aber mit den Flaggschiffen dann nicht mehr konkurrenzfähig ist, egal wie durchdacht die Individualisierung durch MotoMaker war, sind die drei neuen Smartphones in ihren Klassen gut voneinander getrennt und vor allem: Das Moto X Style hat nach oben enorm aufgeholt, bleibt dabei aber dennoch ein paar Euro billiger als so manche in der Konkurrenz.

    Vor allem - wir wissen es alle - liegt dies daran, dass Motorola die Kameras wieder ernst nimmt. Auf ihrer Keynote hatten sie es mehr als ein Mal betont und im DxOMark liegt das Moto X Style tatsächlich jetzt sogar noch vor den neuen iPhones. Aber wer zum ersten Mal eins in der Hand hält (egal in welchem "Style") dem dürfte etwas Anderes stärker auffallen.



    Design

    Die Designsprache von Motorola wurde hier konsequent weiter entwickelt. Die rundliche Logo -Einbuchtung als Lasche bis zur Kamera weitergeführt, die gebogene Rückseite, das Schwungvolle in den Rundungen. Auf Bildern wirkt es fast ein so, als wäre zu wenig passiert. Sieht man es aber aus der Nähe, dann wird klar, dass manche Produktentwicklungen eben doch mehrere Jahre brauchen, um bis in die Details zu auszureifen.

    Ich war verblüfft, wie unmittelbar "schön" ich das neue Moto X empfinde, obwohl es mit 5,7 Zoll für mich eigentlich klassisch zu groß ist und auch das Gewicht von 179 Gramm ganz schön schwer in der Hosentasche liegt. Aber es sind die Details, diese Dinge die man außer in Makrobildern so schnell übersieht, die das Moto X Style so ansprechend machen.

    Das leicht gewölbte Glas, das es nicht nur höchst angenehm in der Hand macht, sondern dem Screen eine elegante Tiefe vermittelt, die welligen Übergänge zwischen dem Glas, dem metallenen Rahmen, den verschiedenen Rückseiten, ja selbst die kleinen Einbuchtungen und Löcher wirken so bewusst platziert, dass man, wo immer man auf das X Style blickt, irgendwie entzückt, von der Perfektion, die das alles zusammenhält, ist.

    Es mag jetzt ausufernd übertrieben klingen, aber selten hat mich ein Smartphone im Design so direkt und vor allem immer wieder aufs Neue angesprochen. Es ist kein Design, das man leicht übersieht, aber auch keins das so aufdringlich ist, dass es zum Störfaktor wird. Und das obwohl ich eins mit weißer Gummirückseite, nicht (Wunschkonfiguration) mit Holz zum Testen hatte. Letzteres soll auch etwas rutschiger in der Hand liegen.



    Display

    Das zweite große Argument für das Moto X Style ist für mich der Bildschirm. Sehr tiefe leuchtende Farben, alles wirkt sehr gesättigt, bei mehr Helligkeit (und es wird extrem hell) stellt sich nicht das Gefühl von Blendung ein, sondern die Darstellung wird einfach noch tiefer. Die Blickwinkelstabilität ist nicht extrem, aber mir ist auch noch keine Schräghaltung unter gekommen, bei der man Mühe hätte, klar zu sehen was man sehen will.

    Ich bin pures Android gewöhnt, daher fällt es mir manchmal fast schwer, mir ein anderes vorzustellen, aber dennoch wird auf dem Moto X Style schnell klar, so hat Google sich das gedacht mit Android. Die Animationen butterweich bis in die letzten Details, alles läuft mit den kleinen pseudophysikalischen Mechanismen von Material-Design wie ein Uhrwerk, und bislang ist mir (ich habe es jetzt fast zwei Wochen und wirklich mit allem möglichen vollgeladen) noch kein Stottern, keine Unterbrechung, kein Wackeln im Fluss der Darstellungen untergekommen.

    Das durchdacht elegante Design des Moto X Style wirkt einfach ständig perfekt mit der flüssigen Physis des Designs von Android zusammen. Letztendlich könnte man sagen: eigentlich ist Android jetzt - nachdem Lollipop sich auf solchen Geräten befindet - angekommen. Diese feinen Details, wie das kurze Runterfahren in Sekundenbruchteilen auf Monochrom vor dem Deaktivieren des Displays z.B. Minimaler Effekt, aber unterbewusst immer wieder eine Freude. Natürlich gibt es auch hier noch mögliche Verbesserungen und einige Ungereimtheiten, aber der Grundeindruck, das Verschwinden des Interfaces hinter einer technischen Perfektion, die eher als pure Ästhetik wahrgenommen wird, bleibt.

    Mit 5,7 Zoll ist das Moto X Style natürlich ein typisches Zwei-Hand-Smartphone. Den Daumen möchte ich sehen, das das irgendwie in einer Hand passabel in jeder Lage handeln kann. Und gelegentlich neigt man trotzdem dazu, den Ballen des Daumens so weit vorzurecken, dass man ungewollt damit die Telefonanimation in der unteren Ecke triggert, oder in Google Now rutscht. Ergonomisch erfüllt auch die Vertiefung des Logos nicht mehr den Sinn, einen Zusatzhalt zu bieten und wir würden tatsächlich empfehlen, eine eher rutschfestere Rückseite zu nehmen. Denn so schmeichelnd das X Style zur Hand ist, so schnell mag es auch heraus gleiten. Leder dürfte hier - falls es keine ethischen Einwände gibt - die allerbeste Variante im Mittel zwischen Style und Griffigkeit sein.



    Sound

    Die beiden - von manchen bemäkelt - auf der Vorderseite so direkt herausragenden Lautsprecher mit ihren kleinen Metallstreben sorgen für einen sehr differenzierten Klang, von dem natürlich kein Bassdruck zu erwarten ist, der aber dennoch eine gute Simulation von Bässen und damit einer gewissen Tiefe der Musik liefert. Ein guter Nebeneffekt der so positionierten, leicht vorstehenden Metallstreben ist übrigens, dass man, selbst wenn man es mit der Display-Seite nach unten irgendwo hinlegt, keine Angst haben muss, irgendetwas könnte den Bildschirm ankratzen. Wichtiger bei Sound ist mir generell immer die Qualität unter Kopfhörern und hier schlägt das X Style alle mir bislang bekannten Motos locker in Ausgewogenheit und Druck. Selbst wenn man (beispielsweise mittels VLC) etwas mehr Lautstärke als eigentlich "erlaubt" gibt, stellen sich nicht schnell Verzerrungen ein.

    Software als Randnotiz

    Die wenigen Software-Dreingaben von Motorola (Assist, Migrate, Connect, etc.) sind unauffällig und tun ihre Arbeit zumeist im Hintergrund. Manche werden in der Zukunft wohl auch abgeschafft, da die Systemsoftware diese Aufgaben selbst übernimmt, weshalb man kaum groß darauf eingehen muss. Das Wackeln zum Aufrufen der Kamera ist und bleibt praktisch, auch wenn ich mir es fast unter Zwang angewöhnen musste, weil ich immer ein wenig Angst davor hatte, dass ich mir dabei das Smartphone aus der Hand wackle.



    Die Kamera

    Die Kamera. Ja, Motorola hat immens aufgeholt. Sie ist kein Vergleich zu den früheren Kameras des Moto X. Die 21 Megapixel dürften zwar bei den meisten selten zum Einsatz kommen, da der 16:9 Formfaktor auf dem Display einfach richtiger aussieht und - da er den ganzen Bildschirm füllt - auch auf den ersten Blick leuchtender wirkt, aber da die Bilder durchaus zu dem Qualitätsvollsten gehören, das auf dem Smartphonemarkt zu haben ist, würden wir jedem dringend empfehlen mit der Kamera so viel herumzuspielen wie es eben geht. Auch beim Format.

    Die mitgelieferte Kamera-Software ist spartanisch, aber effektiv und ganz darauf ausgerichtet möglichst schnell zum Schnappschuss zu kommen. HDR-Automatik, Blitz-Automatik, Fokus-Automatik: typische Schnappschuss-Ideologie, die man ruhig öfter mal ausschalten sollte. Denn das unterfordert die Kamera ein wenig und liefert auch nicht immer die besten Ergebnisse, ganz abgesehen davon, dass man dazu neigt, ständig mehrere Aufnahmen in schneller Folge zu machen, da das Berühren des Bildschirms der Auslöser ist - ein verdammt schneller übrigens.

    Man hatte sich ja über Jahre daran gewöhnt, dass Smartphones etwas gemächlich auslösen, hier ist es manchmal zu flott. Die rapiden Fotoschüsse passen natürlich gut zu Googles neuer Photos-App, die daraus gerne alberne Animations-Gifs zur Verfügung stellt, aber wir würden dennoch jedem nahelegen, sich bei den diversen alternativen Kamera-Apps umzuschauen, die für manche Situationen einfach die bessere Umgebung liefern. Selbst wenn man, leider, auch dort keinen Zugriff auf die Belichtungsgeschwindigkeit bekommt.

    Die Farben, die die Kamera liefert, sind brillant und satt, die Details sehr gut, aber vor allem dann, wenn die Lichtverhältnisse gut sind. Motorola hat zwar darauf geachtet, dass man selbst in dämmernden Situationen und Indoor ohne Probleme gute Fotos schießen kann (ja, es gibt sogar einen Nachtmodus), aber der volle Detailreichtum der 21 Megapixel möchte doch lieber Sonnenstrahlen.

    Folgt man der Intuition, dass Bilder eigentlich so aussehen sollten, wie das Auge sie wahrnimmt, dann neigt die Kamera in wirrem Kunstlicht tatsächlich häufig dazu, etwas zu viel Helligkeit zu sammeln (leicht korrigiert mit dem Fokus und Belichtungsring der Software) und damit etwas unklar und kontrastarm zu belichten, aber auch bei Gegenlicht ist es nicht immer einfach, zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Die klassische Aufgabe durch kahle Bäume zu schießen und den Himmel trotz Gegenlicht strahlen zu lassen, meistert sie zwar ohne Probleme und mit schönen, tiefen Kontrasten, befindet sich die Sonne aber irgendwo in der Ecke und das Motiv ist eigentlich lichtduchflutet, dann kann es schon mal etwas dunkel werden.



    Die Hintergrund-Unschärfe hinter dem im Vordergrund fokussierten Motiv bildet die Kamera sehr gut ab, so dass man ruhig viel öfter mit Raumtiefen im Bildmotiv arbeiten sollte, als man es - aufgrund der Beschränkungen vieler Smartphones in dieser Preisklasse - gewohnt gewesen sein mag. Und auch die Bildbearbeitung ist auf dem Bildschirm eine pure Freude und führt nicht dazu, dass man hinterher von den Ergebnissen überrascht ist, denn die Farbtreue des Bildschirms (und die Bearbeitungsmöglichkeiten in Googles Photos) wirken sehr gut aufeinander eingespielt.

    Alles in allem ist das Moto X Style als Kamera etwas, dem man viel Zeit widmen wird und mit dem man, anders als die eingebaute Software vorschlägt, wirklich herumexperimentieren sollte. Sämtliche DSLR-Konkurrenz-Metaphern darf man natürlich (hier wie bei allen anderen Smartphones) vergessen, aber ästhetische, kunstvolle, qualitativ hochwertige Bilder damit zu machen, ist allemal drin und die Kamera bietet auch genügend "Luft", um einem, ihren funktionalen Begrenzungen entsprechend, als ständiger Kamera-Begleiter ans Herz zu wachsen.

    Der Rest

    Batterie? 3.000mAh. Mir ist sie noch keinen Tag unerwartet leergelaufen, aber man sollte auch keine Wunder erwarten, die Schnellladezeit via mitgeliefertem Turbo-Charger ist aber mit 25 Minuten für 50% Ladung rasant.
    Da die leicht zugängliche microSD-Karte im SIM-Slot speziell mit kommendem Marshmallow alle Platzwünsche bei der Grundkonfiguration von 32GB erfüllen dürfte, gibt es kaum Grund auf 64GB aufzurüsten, die 45 Euro Aufpreis wirken aber auch nicht überteuert.

    Konkurrenz

    Visuell scheint uns auf Grund seiner recht ähnlich konfigurierbaren Rückseite, das LG G4 derzeit der stärkste Konkurrent zu sein, da es preislich mittlerweile schon etwas unter dem Moto X Style liegt, welches sehr stark über den Preisen in den USA verkauft wird. Xperia Z5, S6 Edge und Note 4 liegen hier deutlich drüber und natürlich liefert - bei allen eigenen Vorzügen - auch keins ein so reines Android. Das Nexus 6P wird in Deutschland ja auch fast "sündhaft" teuer und wirkt visuell irgendwie klobig. Die Entscheidung für ein Moto X sollte also nicht an Argumenten scheitern.

    Fazit

    Das Moto X ist ein extrem rundes Paket. Ein Designobjekt ebenso, wie schnurrendes Smartphone, alles läuft hier rund, es mangelt einem an kaum etwas (Fingerabdrucksensor? Wozu?). Wer Android in seiner reinsten Form haben möchte, ohne auf ausgereiftes sehr ansprechend elegantes Design zu verzichten, für den gibt es trotz neuer Nexus-Geräte wohl keine ernsthafte Konkurrenz. Motorola hat den Anschluss auf die ganz großen sicherlich wieder geschafft und bewahrt dabei doch seine Identität. Hier wird nicht abgekupfert, sondern konsequent weiter entwickelt und das zahlt sich aus. Da der preisliche Abstand zum Rest allerdings auch ein wenig geschrumpft ist, wird es wohl nicht so sicher zu den Hits der Saison gehören, wie Motorola es sich wünschen mag, auch wenn wir zum MotoMaker derzeit keine Alternative sehen.







































































    In this article: Moto X Style, review
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