Fraunhofer-Roboter visualisiert Kofferbomben dreidimensional

Franziska Weiss
F. Weiss|01.14.16

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Fraunhofer-Roboter visualisiert Kofferbomben dreidimensional

Militär und Polizei setzen zunehmend auf ferngesteuerte Roboter, um Bomben zu finden oder zu entschärfen. Das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik in Wachtberg tüftelt deswegen mit Unterstützung des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen an einem Blechkameraden mit besonderem Tiefblick.

Mit dem intelligenten Einsatzhelfer lassen sich allein umherstehende Gepäckstücke, deren Inhalt sowie die Umgebung dreidimensional erfassen - laut Fraunhofer eine Neuheit. "Mit bisherigen Verfahren lassen sich Kofferbomben nicht dreidimensional darstellen, eine räumliche Zuordnung des Inhalts ist nicht oder nur bedingt möglich. Mit der Sensor-Suite können wir das Innere eines Gepäckstücks dreidimensional visualisieren und feststellen, aus welchen Teilen die Bombe besteht und wie diese im Gepäck angeordnet sind", erläutert Teamleiter Stefan A. Lang. 2019 soll das Projekt marktreif sein.

Die Sensor-Suite besteht aus einem Millimeterwellenscanner, einer hochauflösenden digitalen Kamera und einer 3D-Umgebungserfassung auf einer ferngesteuerten Roboterplattform. Ein Embedded-PC sammelt die Daten und sendet sie an die Ermittler. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Sprengstoffexperten erhalten genauere Hinweise zur Bombe und zur Bedrohungslage. Bislang waren die Spezialisten oftmals gezwungen, die Kofferbomben zu zerstören, was die Ermittlung der Täter erschwert.

[Fotos: Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen / Bundeswehr/Bienert]
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