Das Tallinn-Experiment: Was taugt kostenloser Nahverkehr?

Ergebnis: 20 Millionen Euro Plus, 31 Prozent mehr Fahrtzeit im Auto
Felix Knoke
F. Knoke|10.12.16

Sponsored Links

Felix Knoke
October 12, 2016 2:02 AM
Das Tallinn-Experiment: Was taugt kostenloser Nahverkehr?

Skyline of Tallinn, Estonia at the old city from the port.

Wie ist das eigentlich, wenn eine europäische Hauptstadt ihren Öffentlichen Personennahverkehr für alle Einwohner umsonst anbietet? Die estnische Hauptstadt Tallinn probiert das seit 2013 aus - und hat nur Gutes zu berichten: Jedes Jahr mache die Stadt 20 Millionen Euro Gewinn durch die Nummer.

Funktioniert so: Nur Stadtbewohner dürfen kostenlos fahren. Tallinn bekommt 1.000 Euro von der Einkommensteuer jedes Bewohners ab. Seitdem der ÖPNV umsonst angeboten wird, haben sich zusätzlich zur normalen Anzahl 25.000 Personen in der Stadt registrieren lassen.

Eine andere Folge: Seit der Einführung des neuen Systems stieg die Anzahl der Menschen, die statt eines Autos den ÖPNV benutzen um 8 Prozent - allerdings hat sich die in derselben Zeit die typische Fahrzeit um 31 Prozent verlängert. Offenbar waren also mehr statt weniger Autos im Testzeitraum auf der Straße.

Das könnte einfach einem Mentalitätswechsel geschuldet sein - Autofahren in der Stadt verteuern würde das Problem mit dem Autoverkehr wohl besser lösen: Parkgebühren und höhere Steuern.

Aber es ist alles noch komplexer - denn obwohl die mögliche Mobilität durch das Angebot gesteigert wurde, bemerkte ein Forscher, der das Experiment begleitete, keine effektiven Mobilitätsfortschritte. Erklärungsversuche beim Guardian.

All products recommended by Engadget are selected by our editorial team, independent of our parent company. Some of our stories include affiliate links. If you buy something through one of these links, we may earn an affiliate commission.
Popular on Engadget