Australien automatisiert die Einreise

Biometrie statt Ausweis
Felix Knoke
F. Knoke|01.23.17

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Australien automatisiert die Einreise

Die australische Einreise- und Grenzschutzbehörde DIBP will bis 2020 die Einreise nach Australien weitgehend automatisieren. Ausweise, Einreise- und Visadokumente* wären dann an der Grenze nur noch in Ausnahmefällen nötig. Stattdessen sollen über biometrische Verfahren die Einreisenden anhand ihrer Gesichter, Iriden und Fingerabdrücke registriert und kontrolliert werden. Die vor weniger als zehn Jahren aufgebauten SmartGates, Dokumenten- und Gesichtsscanner zur automatischen Überprüfung der Reisepässe, würden dann wieder abgebaut.

Bis zu 90 Prozent aller Reisenden sollen bis 2019/2020 mit dem neuen System "kontaktlos" einreisen können. Ein Probebetrieb soll noch dieses Jahr im Juli am Flughafen von Canberra beginnen. Die maschinelle Kontrolle von Einreisenden ist Teil der Seamless-Traveller-Initiative, die Australiens Grenzkontrollen und Außenhandel effizienter machen soll.

Über die genaue Funktionsweise des Systems ist nicht viel bekannt. Um bestimmte Einreisende herauszufiltern, müssten bereits biometrische Daten dieser Person vorliegen. Werden solche Daten erworben oder in Tauschverfahren mit anderen Staaten geteilt? Erstellt Australien damit erst einmal eine große Datenbank neuer biometrischer Dossiers, die dann in einem zweiten Schritt hinter der Grenze nach und nach mit Daten angereichert werden?

Klar ist: Sollte der Versuch aufgehen, dürften das auch Pläne anderer Staaten am Aufbau eines automatisierten Grenzkontrollsystems bestärken - und ganz neue Datenschutzrisiken heraufbeschwören.

* Derzeit brauchen Einreisende einen Reiespass, ein Visum und eine ausgefüllte Einreisekarte.

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