In Australien fährt der erste Solar-Zug

Kurze Strecke, große Möglichkeiten
Thaddeus Herrmann
T. Herrmann|12.18.17

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In Australien fährt der erste Solar-Zug
In Australien fährt der erste Solar-Zug

Züge, die nur mit Solarenergie betrieben werden? Ein Novum. In Australien hat jetzt genau so ein Zug den Linienverkehr aufgenommen.

Zugegeben: Die Strecke ist kurz und der Betreiber – die Byron Bay Rail Company – fährt keine Intercity-Distanzen. Drei Kilometer lang ist die Zubringer-Strecke zwischen Byron Beach und North Beach im Bundesstaat New South Wales: immerhin. Den für den Betrieb notwenigen Strom erzeugen die Triebwagen dank Solarzellen vollständig selbst.

Der Fuhrpark ist alt und stammt aus den späten 1940er-Jahren. Ursprünglich fuhren die Fahrzeuge mit zwei Dieselmotoren. Einer davon wurde ausgebaut, um Platz zu schaffen für die Elektrotechnik. Der andere Motor ist nach wie vor vorhanden und im schattigen Notfall einsatzbereit. Die Solarmodule auf dem Dach des Triebwagens liefern 6,5 Kilowatt Leistung – der Umbau wurde von Elmofo betreut und umgesetzt, einem Unternehmen, das sich auf E-Antriebe spezialisiert hat.

Die Akkus haben eine Kapazität von insgesamt 77 Kilowattstunden. Eine Fahrt des E-Zuges benötigt rund vier Kilowattstunden – so kann der Zug theoretisch den ganzen Tag "auf eigene Rechnung" unterwegs sein. An einem Bahnhof steht eine zusätzliche Ladestation zur Verfügung, die ebenfalls mit Solarenergie gespeist wird.

Für die Langstrecke taugt das System natürlich noch nicht, eine Fahrt dauert lediglich rund sieben Minuten. Das Konzept und die Umsetzungen machen aber Hoffnung. Ob des Alters der Triebwagen und ihrer Bauweise lässt sich das Prinzip durchaus als Basis für größer angelegte Projekte nutzen. Leichtere Züge mit modernerer Technik sind vorstellbar, und somit auch der Einsatz auf längeren Strecken.
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