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Review: HTC Desire HD

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Eine Woche mit dem Desire HD von HTC jetzt hinter uns. Damit wird es nicht nur Zeit, das Testgerät zurückzuschicken, sondern natürlich auch für ein paar Ergebnisse unserer Kurz-Liaison. Mehr hinter dem Break.

Gallery: Ausgepackt: HTC Desire HD | 17 Photos


Das ist keine Review im herkömmlichen Sinne. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Wir müssen nicht noch einmal Android in seine Einzelteile zerlegen, Sense, die HTC-Skin ebenso wenig. Fest steht: HTC ist der einzige Hersteller im Android-Pool, der dem Google-OS mit seiner Skin Verbesserungen hinzufügt, die Produktivität pimpt und einem dabei doch nie im Weg ist. Da können sich alle anderen hinten anstellen. Alle. Es fühlt sich zeitgemäß an, mit Sense zu arbeiten, und ist dabei weder quietschebunt noch dämlich. Wir wollen hier also auf ein paar Aspekte beschränken. Die Hardware inklusive Kamera und auch die neue Plattform htcsense.com, die einemvom heimischen Rechner aus Zugriff auf sein Telefon gewährt.

Hardware
Wenn HTC im hochpreisigen Segment unterwegs ist, muss man sich um das Zusammenspiel von Hardware und OS keine Sorgen machen. So auch beim Desire HD. 1GHz-Prozessor und 768MB RAM garantieren reibungsloses Arbeiten mit Android 2.2 aka Froyo. Die tägliche Navigation geht schnell und flüssig vonstatten, nichts anderes haben wir erwartet. Auch mit Flash-Inhalten im Browser kommt das Desire HD deutlich besser zurecht, als frühere HTC-Smartphones.
Zum Design der Hardware allerdings haben wir allerdings ein paar Punkte, die uns irritiert haben. Was beim Legend noch so vorbildlich gelöst war, der Zugang zu SIM, Akku und SD-Karte über eine Klappe, dieses schlüssige Konzept verfasert beim Desire HD.

Den Akku stopft man über einen Zugang auf der rechten Seite des Smartphones in das Gerät. Die Klappe ist zwar nicht wackelig, dafür aber extrem störrisch und kann nur mit einem Druck wieder eingerastet werden, dem man dünnes Plastik eigentlich nicht aussetzen will.



SIM und SD-Karte werden dem Desire HD buchstäblich in den Hintern geschoben, diese Klappe lässt sich deutlich besser bewegen. Ein weiterer Kritikpunkt ist der Übergang vom Display zum Rahmen. Der ist nicht plan und auch wenn es hier nicht gefährlich ob eventuell scharfer Kanten wird, elegant ist das nicht. Fühlt sich einfach komisch an. Die 8-Megapixel-Kamera ist ebenfalls sehr "hügelig", auch nicht gerade preisverdächtig. Versteht uns nicht falsch: Das Desire HD ist großartig verarbeitet, fühlt sich enorm wertig an und wird seine Besitzerinnen und Besitzer eine sehr lange Zeit treu begleiten. Es geht uns hier darum aufzuzeigen, dass das Design kleine Unstimmigkeiten hat, Flüchtigkeitsfehler, die nicht wirklich ins Gewicht fallen, uns bei HTC aber doch wundern, wo der Hardware hier im Allgemeinen doch besondere Aufmerksamkeit gilt. Die "Mängel", die wir hier aufzeigen, stören auch in keinster Weise. Wie oft nimmt man schon die Batterie aus dem Telefon, gerade wenn wichtigere Komponenten wie SIM und Speicherkarte gesondert gewechselt werden können.

Hallo?
Zurück zum Technischen: Die Sprachqualität im Telekom-Netz war bei unseren Tests sehr anständig, zu den lautesten Handys gehört das Desire HD allerdings nicht. Der eingebaute Lautsprecher brüllt uns hingegen förmlich an, wenn es sein muss. Dabei ist uns das nicht sonderlich recht, denn für den Speaker sollte sich HTC schämen. Das muss man leider so hart sagen. Überzeugt hat uns die Empfangsstärke des Desire HD, hier gibt es nichts zu bemängeln. Nicht ganz koscher scheint uns hingegen der WiFi-Empfang des Desire HD. Der ist generell eher mittelmäßig, geht aber unvorhersehbar auch komplett in die Knie. Während unseres Testzeitraums pushte HTC ein kleines Firmware-Update auf unser Desire HD, das Problem blieb uns aber erhalten. Ein fester Griff um das obere Drittel des Telefons beeinträchtigt das WiFi-Signal, auf Dauer ließ sich das aber nicht verlässlich reproduzieren. Und auch wenn die Anzeige des WiFi-Signals fast verschwunden war, blieb die Verbindung doch bestehen. Und eben diese Verbindung war im Übrigen sehr schnell. Webseiten laden schnell, sowohl über WiFi aber auch noch über das Mobilfunknetz konnten wir uns beklagen. Ein weitere Hinweis darauf, wie gut die Hardware-Komponenten miteinander klarkommen.


Hinkucker

Der Screen des Desire HD ist natürlich ein Traum. 4,3" Android vor einem zu haben ... daran können wir uns gewöhnen. Vor allem natürlich an Videos auf dem großzügigen Display, aber auch im Browser und natürlich bei E-Mails ist uns jeder Extraplatz recht. Dabei liegt das Desire HD extrem gut in der Hand, fühlt sich nicht zu groß an, im Gegenteil. Die WVGA-Auflösung geht völlig in Ordnung, kommt aber natürlich nicht an Retina-Niveau heran. Auch die AMOLED-Technik vermissen wir nicht. Die Farben sind klar und kräftig, wer mehr will, muss sich anderweitig umschauen, sollte aber zunächst zum Realitäts-Check antreten. Der Digitizer für die Touch-Bedienung funktioniert reibungslos, Pinch-To-Zoom geht schnell und ohne Ruckeln vonstatten.


Anbindung an den Rechner: htcsense.com
Großer Pluspunkt beim Desire HD ist die Integration in das neue Webportal htcsense.com. Klingt vielleicht albern, einen Online-Dienst so hervorzuheben, die Art und Weise, wie man auf der Website alle wichtigen Inhalte seines Telefons im Blick hat und schnell Content hinterherschieben kann, ist schlicht sensationell. Natürlich nur, wenn es funktioniert.


Wenn es das dann aber tut, ist der Fernsteuer-Mechanismus eine Freude. Handy orten, klingen lassen, löschen, all das funktioniert einfach. Und kostet zum Beispiel bei Apple - noch - Geld. htcsense.com spiegelt aber auch das Addressbuch, bietet Klingeltöne an, die in Millisekunden auf das Telefon gebeamt werden, durchstöbert den Android-Market (die Installation muss aber nach wie vor direkt über das Telefon erfolgen), zeigt eure SMS, lässt euch auch direkt über das Interface SMS versenden. Bezahlen muss man die natürlich trotzdem. Dafür werden alle SMS gespeichert, auch wenn ihr das Telefon wechselt.


Der Zugang zum HTC-Hub funktioniert auch über das Telefon, fällt so aber in Sachen Usability deutlich ab. Auch Musikempfehlungen finden sich auf der Website. Wie das redaktionell betreut wird, ist uns ein Rätsel, das neue Album der Flippers möchten wir aber ungern kaufen oder hören. Über das Web-Interface können Alben markiert werden, diese Markierungen werden dann auf das Telefon gepusht und können direkt auf dem Desire HD im Amazon-Shop gekauft werden. Im Gegensatz zur SMS-Schnittstelle dauerte diese Push-Notifikation in unserem Fall enorm lange, erst mehrere Stunden später landeten die Benachrichtigungen auf dem Telefon. htcsense.com ist ein fulminanter Start in die möglichen Verknüpfungen von Telefon und Netz. Natürlich muss hier noch nachgebessert werden, aus dem Stand hat HTC hier aber ein Interface aus dem Boden gestampft, das seines gleichen sucht.

Gallery: htcsense.com | 5 Photos


Knackpunkt Kamera
8 Megapixel und einen doppelten LED-Blitz bietet das Desire HD, leider müssen wir konstatieren, dass HTC hier nichts dazugelernt hat. Das Mehr an Megapixeln macht die Bilder nicht besser. Die HD-Videos auch nicht. Deutlich zugelegt hat beim Bewegtbild einzig die Tonqualität. Das rechnen wir nicht der Dolby-Integration zu, sondern vielmehr der grundlegend besseren Auflösung. Einen dicken Minuspunkt bekommen sowohl die Bilder als auch die Filme in puncto Farbechtheit. Die ist skurril. Wir hoffen inständig, dass HTC die Sensoren der Kameras zukünftig bei einem anderen Zulieferer einkauft oder aber die Software optimiert. Die integrierten Filter machen zwar einen guten Eindruck und die automatische Verbesserung bügelt auch ein wenig das aus, was der Sensor in die Bilder hineininterpretiert: Die letztendlichen Ergebnisse bleiben aber fad. Dafür ist das eigentliche Interface erwartungsgemäß gut, der Autofokus schnell und verlässlich und die Foto-App nach wie vor ein Traum.

Gallery: HTC Desire HD: die Kamera | 8 Photos



Fazit
Wir möchten auf keinen Fall missverstanden werden. Das Desire HD ist ein Killer-Smartphone. Großes Screen, gute Anbindung an den Rechner, Froyo mit Sense, anständige Batterielaufzeit, schneller Prozessor, reichlich Speicher, Bluetooth, WiFi, DLNA-Funktionalität ... das alles passt. Mehr als perfekt. Die Konkurrenz ist aber groß und wir werden das Gefühl nicht los, dass das Desire HD ein bisschen mit der heißen Nadel gestrickt wurde. Das merkt man an den Details, die wir erwähnt haben, an kleinen Unstimmigkeiten des Design und vor allem an der Kamera. Die ist auch der Grund, warum wir das Desire HD nicht uneingeschränkt empfehlen können. Sonst passt hier alles. Wir hoffen inständig, dass HTC an neuen, frischen Designs für ihre Smartphones arbeitet. Denn das ist noch etwas, was uns aufgefallen ist. Das Desire hat den Design-Standard so tief in unsere Köpfe eiingebrannt, dass es Zeit wird für etwas Neues. Damit in der nächsten Generation HTC-Hardware auf der Wow!-Faktor fürs Auge wieder zurückkommt.

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