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Crowdsourcing das Fruchtfliegenhirn

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Hilf uns, ein Fliegenhirn zu bauen!, fordert ein Forschungs- und Entwicklungsteam interessierte ProgrammiererInnen zur golemischen Hilfsarbeit auf. Es geht darum, die aus der Forschung gewonnen Erkenntnisse um die Funktionsweise des Fruchtfliegenhirns in ein Computermodell zu abstrahieren - und alle, alle machen machen mit.

Das Hirn - oder besser: der Neuronenhaufen - der Drosophila melanogaster ist zwar nicht das einfachste, aber mit der bestverstandendste. Es besteht aus gerade einmal 10.000 Neuronen, deren grobe Struktur schon bekannt ist: 40 modularen Untersystemen, genannt Local Processing Units (LPU), die jeweils funktionale Subsysteme repräsentieren wie Empfindungen und Fortbewegung. "LPUs können deshalb als funktionale Bausteine des Fliegenhirns bezeichnet werden."

Im Grunde geht es nun darum, Vorschläge einzureichen, wie diese LPUs per Programmiersprache modelliert werden können. Eine Liste aller bekannten LPUs und Vorschlägen (RFCs) steht bereit. Jetzt fehlen nur noch die ProgrammiererInnen. Sollte das Vorhaben aufgehen und letztlich eine Software-Version einen Fliegenhirns entstehen, das sich so verhält, wie die in der Natur beobachteten Hirne, wäre das ein großer Fortschritt. Es würde bedeuten, dass vielleicht auch das menschliche Hirn oder dessen Subsysteme mit so einem Ansatz vertstanden - und vielleicht auch einmal modelliert werden könnte. Zumindest aber würde es eine ganze Reihe von Möglichkeiten eröffenen, um neuronale oder mentale Störungen zu verstehen und zu behandeln. Letztlich würde es aber auch die erste Möglichkeitn sein, emergente Effekte quasi auf Netzwerkebene beobachten zu können, also das "Mehr" aus "Mehr als die Summe der einzelnen Teile". Man käme dem Geist aus der Maschine auf der Spur - und wäre damit dem Geheimnis des Bewusstseins einen Schritt näher.

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