Image credit:

Apple beendet das Download-Zeitalter für Musik mit Apple Music

Share
Tweet
Share
Save

Sponsored Links


Es ist soweit. Die größte "Revolution", die Apple Music bedeutet, wurde auf der Apple Keynote nicht mal erwähnt. Downloads sind tot. Wir hatten in den letzten Jahren schon langsam fallende Einkünfte in der Musikindustrie durch Downloads gesehen, aber bislang machen sie immer noch die Hälfte des digitalen Geschäfts aus und ob Streaming diesen Verfall wirklich auffängt ist auch - trotz massiver Steigerungsraten - noch nicht so ganz klar. Apple hatte mit iTunes den digitalen Markt für Musik damals nahezu im Alleingang ermöglicht, jetzt nehmen sie Abschied, klanglos. Und verkaufen uns lieber eine weltweite Internetradiostation als Sensation.

Während es auf der Apple Keynote so ausgesehen haben mag, als wäre ein friedliches Nebeneinander von Downloads und Streams möglich, selbst wenn Downloads nur noch nebenbei erwähnt wurden, scheint schon jetzt klar, dass dieser Markt für Musik noch dieses Jahr nahezu komplett wegbrechen wird. Rechnet man nach, dann dürften auf iTunes (das ca. zwei Drittel des weltweiten Downloadmarktes bestreitet) nahezu 15% der kompletten Einnahmen der Musikindustrie basieren. Ein Spiel mit großem Risiko, das wohl auch dazu geführt hat, das die Verträge mit den Majors noch nicht ganz trocken waren, als Apple Music vorgestellt wurde.

Da Apple Music und die Downloads sich offiziell den gleichen Katalog teilen (30 Millionen Songs, oder, wie Apple es beschreibt: "Apple Music is a revolutionary streaming service and app that puts the entire Apple Music catalog at your fingertips across your favorite devices.") dürfte die Kaufen-Option aber nun sehr schnell komplett untergehen. 3 Monate Apple Music mit 30 Millionen Songs umsonst, wer kauft da noch ein einziges digitales Album? Zumal Offline-Speichern als Feature bei Apple Music auch dabei ist. Selbst die "Goodies", die auf dem stark an iTunes Ping erinnernden "Connect" Service verbreitet werden sollen, lassen sich offline nutzen (vermutlich als versteckter Angriff auf YouTube-Abos).

Schon Ende des Jahres dürfte die Diskussion, ob die Musikindustrie wirklich von Streaming leben kann, ein für alle Mal entschieden sein. In vielen Analysen direkt nach der Vorstellung von Apple Music ging es vor allem darum, ob Apple mit den anderen Streaming-Services konkurrieren kann. Darum aber geht es wesentlichen gar nicht, denn die eigentliche Konkurrenz von Apple Music sind die iTunes Downloads.

Die Rechnung in den Chefetagen der Musikkonzerne dürfte recht einfach gewesen sein: gibt der übliche iTunes-Kunde im Jahr mehr als 100 Dollar für Musik aus? (Antwort: mit Sicherheit nicht). Und da die Firmen bei Streaming im Verhältnis zu den Künstlern mehr verdienen als bei Downloads, dürfte die Entscheidung, den Sprung ins endgültige Aus für Downloads jetzt zu wagen, gar nicht so schwer gefallen sein, schwer waren vermutlich nur die Verhandlungen, wie groß der Anteil am Kuchen sein wird.

From around the web

Page 1Page 1ear iconeye iconFill 23text filevr