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Ears-On: Das ist der neue PLAY:5 von Sonos

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Sonos hat heute die neue, komplett überarbeitete, Version des Lautsprechers PLAY:5 vorgestellt. Entgegen der Internet-Gerüchteküche wird das Portfolio also nicht um einen weiteren Speaker erweitert – eine Beta-Version der Android-Software hatte vor wenigen Tagen unbekannte Hardware offenbart. Der neue PLAY:5 kommt noch dieses Jahr in den Handel und wird – in weiß und schwarz – 579 Euro kosten: 120 Euro mehr als sein Vorgänger. Doch auch für diejenigen von euch, die bereits Sonos-Lautsprecher im Einsatz haben, hat das Unternehmen noch etwas im Anschlag. Die neue Software Trueplay – demnächst via App-Update verfügbar – verbessert den Klang der Lautsprecher dramatisch. Und nimmt euch viel Arbeit ab.

Ich konnte mir während zwei Briefings sowohl Lautsprecher als auch Software genauer anschauen und vor allem anhören.



Zunächst zum Lautsprecher selbst. Im (noch) aktuellen PLAY:5 kommen fünf Lautsprecher zum Einsatz: zwei Hochtöner, zwei Mitteltöner und ein Subwoofer. In der neuen Variante hat Sonos die Sound-Architektur umgestellt und setzt auf drei Mittel- und drei Hochtöner. Sonos weißt darauf hin, dass die Lautsprecher von Grund auf neu entwickelt wurden. So hat der neue PLAY:5 nicht nur von Haus aus mehr Power, sondern soll auch besser auf unterschiedlichste Positionierungen reagieren. Der PLAY:5 kann auf dreierlei Art verwendet werden. Zunächst ganz klassisch mit einem Gerät in horizontaler Ausrichtung. Dann mit zwei Einheiten als Stereopärchen, ebenfalls in vertikaler Ausrichtung. Richtet man im "Pärchen-Betrieb" die beiden Lautsprecher jedoch hochkant aus, sorgt Software dafür, dass das Stereobild noch breiter und räumlicher wird. Dass die Lautsprecher vertikal aufgestellt werden, erkennen die verbauten Sensoren automatisch.


Neu ist auch die Bedienung des PLAY:5. Erstmals setzt Sonos hier auf eine berührungsempfindliche Oberfläche. Die drei Sensoren funktionieren problemlos, ein längerer Wisch über das gesamte Touch-Panel regelt die Lautstärke. Auch hier sorgen die Orientierungssensoren dafür, dass nicht umgelernt werden muss: Stehen die Lautsprecher hochkant, bleibt die Orientierung die gleiche.

Natürlich kann der neue PLAY:5 in ein bestehendes Setup integriert werden. Wer zwei Lautsprecher kauft, profitiert zudem über das neue 5.1-Setup: Die beiden PLAY:5 als hintere Lautsprecher agieren dann im Team mit der PLAYBAR oder dem SUB.

Gallery: Sonos Play:5 (2015) | 13 Photos



Erstmals verbaut Sonos in einem Lautsprecher auch zwei Mikrofone. Die werden zum Zeitpunkt der Auslieferung noch nicht verwendet, sind jedoch ein Indiz dafür, dass Sonos in Zukunft via Software-Update vielerlei Funktionen hinzufügen und mehr Interaktion zwischen Lautsprecher und Couch-Besatzung etablieren will. Sobald diese Features zur Verfügung stehen, werden Nutzer in der Controller-App über die Verwendung der Mikrofone informiert und können diese auf Wunsch auch unterdrücken. Dass die Lautsprecher von Sonos in der Zukunft mehr mit ihrer Umgebung kommunizieren werden, zeigt sich im Ansatz bereits in der neuen Software Trueplay, die den Klang deutlich verbessern soll.


Mit Trueplay will Sonos ein Problem proaktiv angehen, mit dem man sich eigentlich bei jeder Audioquelle beschäftigen müsste. Wo steht der Lautsprecher, wie wird der Sound abgestrahlt und auf welche physikalischen Hindernisse trifft er dabei. Für Sonos ist das wichtiger, als für Hersteller von Bluetooth-Lautsprechern, die von vornherein auf Mobilität ausgerichtet sind. Die Sonos-Produkte benötigen immer ein Stromkabel, sind also nicht so mobil nutzbar, dabei aber doch klein genug, dass sie auch in den Ecken platziert werden können (Küchenzeile, hinten links, gleich beim Toaster), wo Lautsprecher eigentlich nicht stehen dürften.

Trueplay setzt genau hier an. Startet man den neuen Modus in der Controller-App, produziert der Lautsprecher eine wobblige Mischung aus weißem und rosa Rauschen, Nutzer müssen derweil mit Smartphone oder Tablet durch das Zimmer laufen. So wird so viel Information wie möglich über die akustischen Eigenschaften des Raums und der Position des Lautsprechers gesammelt. Ist diese Analyse abgeschlossen, wird der Speaker mit einer EQ-Einstellung versorgt, die den Klang verbessert. Der Clou: Das funktioniert tatsächlich. Im direkten A/B-Vergleich klang Sonos' kleinster Lautsprecher, der PLAY:1, an der oben schon erwähnten Toaster-Position plötzlich heller, freundlicher und ausgewogener. Trueplay steht zu Beginn für den PLAY:1, den PLAY:3 und den alten und neuen PLAY:5 zur Verfügung. An der Unterstützung für SOUNDBAR und SUB wird bereits gearbeitet. Ebenso soll es zukünftig die Möglichkeit geben, die Raumanalysen als Preset abzuspeichern, um eine erneute Einmessung überflüssig zu machen, wenn man den Lautsprecher weg vom Toaster temporär wohin auch immer umsiedelt.


Und wie klingt er nun, der neue PLAY:5? Schon als Einzelstück ist er in der Lage, ein großzügiges Wohnzimmer mit ausgewogenem Klang zu beschallen. Nichts anderes sollte man für 579 Euro auch erwarten. Doch erst im Stereo-Betrieb mit zwei Geräten entwickelt sich der Sound komplett. Einen messbaren Unterschied zwischen vertikaler und horizontaler Ausrichtung der Lautsprecher im Stereobild konnte ich nicht recht ausmachen, auch wenn im Hintergrund in der Wechselwirkung zwischen beiden Geräten einiges zu passieren scheint. Das gilt es länger auszuprobieren. Nach zwei Mal 30 Minuten mit dem neuen PLAY:5 freue ich mich genau darauf.

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