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Ausprobiert: Withings Body Cardio, die neue smarte Waage

Bitte was ist denn die Pulswellengeschwindigkeit?
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Withings hat heute eine neue Waage angekündigt, die Body Cardio. Eine smarte Waage, mit App-Anschluss und WiFi, hat Withings ja bereits im Angebot: den Body Smart Analyzer. Diese Waage misst auch bereits den Puls. Beim Body Cardio verfeinert Withings jedoch das Konzept und setzt erstmals auf die Pulswellengeschwindigkeit, kurz PWG. Einmal pro Tag sollen so also verlässliche Daten über die Herzgesundheit gesammelt werden. Die Body Cardio ist ab sofort online bei Withings und in alle Apple Stores erhältlich. Preis: 180 Euro.



Body Cardio tut zum einen genau das, was man von so einer smarten Waage auch erwartet. Neben dem Gewicht wird auch der BMI, Fett-, Muskel-, Wasseranteil sowie die Knochenmasse aus den Daten ausgelesen. Auch die Herzfrequenz wird erfasst. Erstmals nun jedoch auch die Pulswellengeschwindigkeit. Das ist die Geschwindigkeit der vom Herzschlag ausgehenden Vibrationen entlang der Arterienwand. Je höher der gemessene Wert, desto wahrscheinlicher ist eine Arterienverhärtung oder Bluthochdruck. Ohne jedwedes medizinisches Wissen scheint die PWG ein ähnlicher Gesundheitsindikator zu sein wie der Ruhepuls, der von immer mehr Fitness-Trackern gemessen wird. Laut Withings ließ sich die PWG bislang jedoch mit großen Aufwand messen. Die Integration dieser Funktion in eine Waage gilt daher als Durchbruch.

Withings hat mir bereits vor einigen Tagen eine Body Cardio zukommen lassen. Ein komisches Gefühl, stand ich doch bestimmt seit 20 Jahren nicht mehr auf einer Waage. Die Einrichtung ist kinderleicht und dauert nur wenige Minuten. Zunächst muss die Health Mate App heruntergeladen werden (die neue Waage benötigt eine neue Version, ich habe eine Beta verwendet), die iOS 8 oder Android 4 voraussetzt. Per Bluetooth und WiFi wird Verbindung zur Waage aufgenommen, in welcher Reihenfolge die Messergebnisse auf dem kleinen Display der Body Cardio angezeigt werden sollen, lässt sich in der App einstellen, fertig. Alle Daten werden an die App übertragen und grafisch aufbereitet.


Wie genau die Messungen sind – abgesehen von Gewicht, das wird schon stimmen –, wie verlässlich also auch etwaige Warnhinweise auf gesundheitliche Beeinträchtigungen sind, lässt sich nur schwer abschätzen. Interessant ist der Zugriff auf diese Informationen jedoch allemal, ob man sich jedoch ernsthaft Sorgen machen sollte, wenn Messungen „nicht im Rahmen" liegen, kann eigentlich nur ein Arzt nach einem fachmännischen zweiten Blick beurteilen. Das gilt sowohl für die PWG als auch die Körperzusammensetzung, die mit einer „bioelektrischen Impendanzanalyse" umgesetzt wird. Zumal ergibt sich ein faktisches Datenpaket erst, wenn die Waage über längere Zeit im Einsatz war, was bei mir noch nicht der Fall ist. Der PWG-Wert kann zum Beispiel erst nach fünfmaligen Wiegen ermittelt werden.

Bei der Ermittlung so vieler unterschiedlicher Datenpunkte ist im Alltag zunächst Konzentration gefordert. Sehr ruhig und konzentriert muss man sich auf die Waage stellen und zudem die richtige Ausrichtung der Füße beachten, ein kompletter Durchgang dauert rund 30 Sekunden. Hat man sich auf der Body Cardio nicht exakt genug ausgerichtet, können die Daten nicht erfasst werden.

Die Body Cardio selbst passt sich gut in jedes Badezimmer ein. Dezentes Design – unten Aluminium, oben Glas. Der integrierte Akku soll bis zu zwölf Monaten halten und kann danach via microUSB wieder aufgeladen werden.

Ich werde die Nützlichkeit der Daten in den kommenden Wochen und Monaten mal beobachten.

Mehr zu Withings Plänen in Sachen Gesundheit als teil von Nokia sind morgen zu erwarten.

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