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Spotify ignoriert Frank Ocean

Stream’ doch woanders!
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Als Frank Ocean vor wenigen Wochen sein neues Album "Blonde" ausschließlich bei Apple Music veröffentlichte, ging die Diskussion um diese "Streaming Exclusives" in die nächste, vielleicht heftigste Runde. Aus Sicht der Anbieter durchaus nachvollziehbar, stehen Fans oft genug vor einem digitalen Scherbenhaufen. Was tun, wenn man ein Abo bei Spotify hat, das Album XY aber (zunächst) nur bei Tidal verfügbar ist? Noch ein zweites Abo abschließen? Nur um diese eine Platte zu hören?

Den Labels gefällt diese Tendenz ganz und gar nicht. Von Universal war kürzlich zu hören, dass man ihren Künstlerinnen und Künstlern solche Exklusiv-Deal fortan verbieten wolle. Mach Sinn: Was man legal nicht bekommen kann, besorgt man sich eben auf anderem Wege. Die illegalen Downloads der Album von Kanye West, Drake und eben auch Frank Ocean waren (und sind) astronomisch hoch.

Spotify macht bei diesen Deals nicht mit. Das ist eigentlich löblich, auch wenn dem Streaming-Dienst so natürlich Einnahmen verloren gehen und treue Kunden sich vielleicht anderweitig umschauen.

Nun gibt es das Album von Frank Ocean auch bei Spotify. Seit vergangenem Wochenende ist die Absprache mit Apple hinfällig. Friede, Freude, Eierkuchen? Ja und nein. Denn Spotify bewirbt die Platte von Frank Ocean an keiner einzigen Stelle. Nicht auf der Startseite, nicht in den Empfehlungen, nicht im "New Music Friday". Das Album ist zwar über die Suchmaske auffindbar, wer sich als Ocean-Fan jedoch auf die Hinweise von Spotify verlässt, wird die Platte vielleicht niemals finden. In der Debatte um die Exklusiv-Deals war in den vergangenen Wochen immer wieder zu lesen, Spotify würde dies bewusst tun, um Druck auf Künstlerinnen und Künstlern auszuüben. Natürlich dementierte Spotify sofort, es macht ja wirtschaftlich auch keinen nachvollziehbaren Sinn. Bei Frank Ocean aber scheint genau diese Strategie nun zu greifen. Ausgang ungewiss.

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