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Bruce Schneier: "Jemand lernt, wie man das Internet abschaltet."

Sondierende Angriffe gewaltigen Ausmaßes - aber wer steckt dahinter?
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Mal nicht schlafen wollen? Dann Bruce Schneiers neueste Kolumne lesen. Dort warnt der Sicherheitsexperte:

"In de letzten ein, zwei Jahren hat jemand die Sicherheitsvorkehrungen von Firmen auf die Probe gestellt, die kritische Infrastrukturen des Internets betreiben. Diese Sondierungen könnten präzis kalibrierte Angriffe gewesen sein , die genau feststellen sollten, wie gut sich diese Unternehmen verteidigen können und was man tun müsste, um sie abzuschalten. Wir wissen nicht, wer das tut, aber es fühlt sich nach einem großen Nationalstaat an. China oder Russland wäre mein erster Gedanke."

Schneier zufolge hätten ihm mehrere dieser Betreiber kritischer Infrastrukturen von solchen Angriffen erzählt: DDoS-Wellen, die in mehreren Phasen an Intensität zunehmen - das wirke mehr nach Ausmessen als nach Plattmachenwollen. Ein Unternehmen hätte von gezielten Angriffen berichtet, mit denen offenbar analysiert werden sollte, wie lange es dauert, bis etwa das DNS-System von einer fingierten Umleitung bereinigt werden könne.

Das wirkt so, als ob ein Cyber-Kommandostand eines Militärs seine Waffen für den Fall eines Cyberkrieges kalibriere.

Es gibt aber noch eine andere Interpretation: Nicht nur das Abschalten Teile des Internets ist interessant, sondern auch ihr Schutz. Die Vermessung der Leistungsfähigkeit kann also eine doppelte Funktion haben: Einerseits, um Angriffswissen zu sammeln, andererseits, um die Belastbarkeit der (eventuell eigenen) Netze zu kennen.

Was auch immer hinter den Angriffen steckt: Dass sich die Cyber-Kommandostände aller in dem Bereich aktiven Ländern mit den Internet-Systemen der Welt intensiv auseinandersetzen, muss vorausgesetzt werden. Ob das jetzt die Gefahr eines Cyberkrieges steigert, ist eine andere Frage.

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