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Filmtipp: Nerd-Doku Traceroute läuft in Spandau

Wenn ein Ping auch Plopp und Bonk macht
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Traceroute, die charmante Verfolgungsjagd eines nostalgischen Nerdbegriffs durch Amerika, spielt noch immer nur in Festivals. Aber weil es dort so viel Liebe findet, sei auf ein Screening am 20. September um 16 Uhr im Rahmen des ifab-Filmfestivals im Kino im "Kulturhaus in Spandau" hingewiesen. Film-Protagonist und monochrom-Zentralgestirn Johannes Grenzfurthner wird danach Fragen beantworten.

Und es kann sein, dass der Film um den Termin herum in Berlin vorgeführt wird. Schreib ich dann hier.

Termine

Paraflows, Vienna, Austria (September 16) [Tickets]
International Film Awards Berlin, Berlin, Germany (September 20-22) [Tickets]
Generator, Burlington VT, USA (September 24) [Tickets]
Diamond In The Rough Film Festival, Cupertino CA, USA (September 24) [Tickets]
Subversive Cinema Society @ Betalevel, Los Angeles CA, USA (September 25, 6:30pm) - plus post-screening nerd panel with Chris Gore and Johannes Grenzfurthner
Studio for Creative Inquiry @ Carnegie Mellon University, Pittsburgh PA, USA (September 27, 5 pm) [Free Entry]
Shrimps Gala, Geneva NY, USA (September 30, 6:30 pm) [Tickets]

October 2016
Celludroid, Cape Town, South Africa (October 1) [Tickets]
c3RE, Recklinghausen, Germany (October 1) [Free Entry]
Buffalo International Film Festival, Buffalo, USA (October 8) [Tickets]
Dutch Design Week (MADlab), Eindhoven, Netherlands (October 22-30)
Norwich Radical Film Festival, Norwich, UK (tba)

November 2016
Phuture Con, Denver, USA + Sapporo, Japan (tba)

December 2016:
Voiwarranties (@ Filmhuis Klappei), Antwerp, Belgium (December 15)
33C3, Hamburg, Germany (tba)

Darum geht es

Ich wiederhole, was ich im März schon geschrieben habe: Ich habe den Film schon gesehen und war angenehm überrascht. Wer Grenzfurthner kennt, kann sich die Egoshow, die dieser Film auch ist, gut vorstellen: Mit koketter Selbstironie und großer Klappe trifft Grenzfurthner Orte und Leute und geht mit ihnen gleichermaßen um. Der Film ist etwas ziellos, mal Roadtrip, mal Randnotizensammlung, mal einsichtig und dann wieder möglichst blöd. Die Interviewpartner werden teilweise unterfordert und überhaupt wirkt alles ein wenig huschhusch. Aber über seine zwei Stunden Laufzeit bleibt der Film doch unterhaltsam (vielleicht so, wie ein Neunzigerjahre-Klick-Marathon im Internet). Das liegt trotz aller Ansage auch an Grenzfurthners Selbstironie und einem oft aufwallenden Gefühl des: Wir sind so groß und doch so klein zugleich, wir Nerds.

Traceroute ist sicherlich nicht der ganz große Wurf. Aber für mich ist es bislang die beste Nerd-Doku, die ich gesehen habe. Einfach nur, weil sie sich nicht so bierernst nimmt, wie all die anderen. Grenzfurthner ist eben auch ein Nerd-Kritiker, ein Neomarxist und Künstler: er kann das alles gar nicht unkritisch hin nehmen, was diese Szene eben auch ausmacht. Und das ist vielleicht das größte Verdienst von Traceroute: dass es mit einem ganz altertümlichen Nerd-Begriff hantiert, nämlich einem der niemals kompatibel mit Fintech, Unicorn und iGod ist.

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