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Das "Ok Google"-Problem

Und warum wir wirklich selbst den Namen unserer Bots bestimmen sollten
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Dave Lee hat für die BBC einen Gedanken zusammengefasst, der mich selbst schon eine ganze Weile plagt. Die Phrase mit der man Google Home (aber natürlich auch die anderen Google Assistenten) zum sprechen bringt, ist problematisch.

Die Gründe, die er dafür aufführt, gehen mir aber nicht weit genug. Ja, ich unterzeichne voll und ganz, dass es immer noch merkwürdig wirkt, wenn man einen Markennamen ausspricht, um eine Funktion wie Sprache auf einem Gerät zu aktivieren. Das Gefühl geht auch nicht ganz weg, wenn man alleine ist und nicht in der Öffentlichkeit.

Aber auch der anthropomorphisierende Charakter den man gelegentlich Siri, Cortana oder Alexa zuspricht, wäre für mich nicht wirklich ein Grund, zumindest noch Restbestände dieses Unbehagens weiter zu haben. Und es ist übrigens mehr als nur ein Unbehagen.

Nicht variierbare Phrasen zur Eröffnung eines Gesprächs mit einem Bot haben auch ganz praktische Nachteile. Ja, wir stehen noch ganz am Anfang dieser Entwicklung, aber es ist jetzt schon nicht selten, dass plötzlich mehrere Geräte im digitalen Haushalt auf die gleiche Phrase reagieren.

Das wirkt zunächst als alberne Erfahrung. Wie das erste Mal als ein "Ok Google" aus irgendeinem Video plötzlich das Telefon aktiviert, oder eine scheinbar beliebige Phrase, die als "Ok Google" interpretiert wurde, aus dem Nichts das Smartphone in hektische Aktivität versetzt. Es ist aber auf die Dauer nur noch nervig.

Da auch wirklich nicht immer nur die eigene Stimme erkannt wird, können obendrein gerne mal ganze Büro-Smartphone-Armeen auf ein zu lautes "Ok Google" antworten.

Ein weiteres Problem. An sich praktische Geräte wie Google Home wird man auch nicht in Umgebungen einsetzen, in denen sie wirklich viele Vorteile bringen könnten, aber Werbung einfach prinzipiell nicht angesagt ist. Beispiel, Schule. Wie praktisch wäre es, wenn ein Lehrer mal eben ohne lästige Ablenkung durch Tippen das Internet nach einem Fakt befragen könnte. Er wird es nie tun, wenn er dafür Werbung aussprechen muss. Und wenn die Aktivierungs-Phrase nicht wechselbar ist, dann dürfte es auch nicht lange dauern, bis irgendwelche "cleveren" Schüler das missbrauchen.

Zusätzliche Apps, die versuchen dieses Keyword zu umgehen, sind auch keine Lösung (schon gar nicht für Google Home) und obendrein viel zu kurzlebig und instabil.

Wir würden sogar soweit gehen, dass das ganze Konzept eines persönlichen Assistenten mit dem selbst definierten Namen, dem magischen Wort (von mir aus auch gerne ein Name) steht und fällt. Siri, Cortana und Alexa sind eben keine persönlichen Assistenten, wenn man ihnen nicht selber einen Namen geben kann, zumindest aber wird es schwerer - und das sollte ja im Interesse aller Firmen liegen - eine wie auch immer unsinnige emotionale Beziehung zu ihnen aufzubauen. Der neue Hund im Haushalt heißt ja auch selten Hund.

Und wir hegen auch Hoffnung, dass es in nicht allzu ferner Zukunft dazu kommen wird, denn wie viel einfacher wäre es für Google Home bspw. auf verschiedene User entsprechend reagieren zu können, wenn sie die Kiste alle mit anderen Namen ansprechen würden. Ganz zu schweigen davon, dass Kinder sicher auch leichter zu begeistern wären, wenn sie nicht "Ok Google" sagen müssten, sondern den Einstieg in die digitale Magie ihrer Generation mit einem emphatischen "Hex Hex" beginnen könnten.

Ok, Google?

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