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Ausprobiert: Die Star-Wars-Drohnen von Propel

Sehr gut und mindestens genauso limitiert
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Vor ziemlich genau einem Monat hatte Propel mit viel Kunstnebel und Laser die Star-Wars Drohnen in London vorgestellt. Zum wiederholten Male, nur wirklich kaufen konnte man sie nicht. Die eingeladenen Journalisten bekamen eine opulente Show präsentiert, während der die wirklich entscheidenen Details immer wieder elegant umschifft wurden. Wann wird ausgeliefert? Welche Läden werden bestückt? Können alle Vorbestellungen rechtzeitig abgearbeitet werden? Konkrete Informationen waren rar gesät an diesem Abend in London. Anfassen? Lieber nicht. Selber fliegen? Nein. USB-Stick mit Pressemeldung und Bildmaterial? Auch nicht. So grabbelten sich alle Kollegen irgendwie ihre Geschichten zusammen. Ich persönlich fuhr mit dem deutlichen Gefühl nach Deutschland zurück: Die Drohnen von Propel sind zwar toll, werden aber nie auf den Markt kommen. Damit lag ich zum Glück falsch. Die ersten Exemplare verlassen das Lager, der Online-Store akzeptiert faktische Bestellungen. 240 Euro!

Ob man nun wirklich sein Lieblingsfluggerät ergattern kann, scheint dennoch reine Glückssache. Theoretisch kaufen man den T-65 X-Wing Star Fighter, den 74-Z Speed Bike und den Tie Advanced X1. Der Millenium-Falke hingegen kommt erst im kommenden Jahr in den Handel. Vor wenigen Tagen konnte ich in Berlin nochmals einen Blick auf die Quadcopter werfen.



Es sind beeindruckende kleine Fluggeräte, die Propel hier produziert hat. Die Liebe zum Detail an den Raumschiffen ist dabei genauso faszinierend wie die technische Konzeption. Jedes Modell wird von hand bemalt, die Technik ist exakt auf den jeweiligen Raumschiff-Typen abgestimmt. Obwohl die Star-Wars-Flieger problemlos in eine Hand passen, können Verschleißteile problemlos getauscht werden. Der Akku ist Teil der Oberseite und lässt sich in zwei Handgriffen wechseln, die Seitenteile sind aus weichem Gummi und können somit nicht abbrechen, wenn die Quadcopter ungünstig landen, abstürzen oder man sie sprichwörtlich gegen die Wand fliegt.


(Der Akku des Speedbike: unten die Batterie, oben der Sitz für den Piloten)

Und sollte doch mal etwas kaputtgehen: In der aufwendigen Box liegen allerhand Ersatzteile bei. Eine Hand voll Propeller, natürlich der versprochene zweite Akku, beim Speedbike sogar ein zweiter Pilot, aber eben auch andere Komponenten, so dass der Quadcopter immer wieder vollständig abheben kann. Die Fernbedienung wirkt zwar im Verhältnis zu den Raumschiffen groß und klobig, bietet so aber sicheren Halt und steten Zugriff auf die Bedienelemente.


Das mehrstufige Lernsystem, das selbst unerfahrene Piloten Schritt für Schritt an die Bedienung der Quadcopter heranführt, ist durchdacht und stellt sicher, dass man die Drohnen nicht schon in der ersten Minute mit gefühlter Überschallgeschwindigkeit aufsteigen lässt. Bestimmte Manöver stehen in der ersten Stufe gar nicht zur Verfügung, man soll sich ganz sachte an die Steuerung gewöhnen. Die Joysticks reagieren sehr taktil, die Übersetzung in Flugbewegungen ist präzise.


Was hingegen noch nicht fertig ist: die App, die sowohl einen Flugsimulator und erweiterten Lernmodus beinhaltet, als auch den Clou des ganzen Systems erst möglich macht. Mit einem Quadcopter kann man natürlich schon sehr viel Spaß haben, in der Gruppe jedoch, mit dem integrierten Battle-Modus, bekommen die Star-Wars-Drohnen eine völlig neue Dimension. Bis zu 24 Drohnen können im Verbund aufsteigen und sich in Teams bekämpfen. Geschossen wird standardmäßig mit Infrarot, optional erhältlich ist ein Laser. Hier kommt die App und das Ranking-System ins Spiel. Über eine separate WiFi-Verbindung wird die App mit Informationen gefüttert. Wer sich einen der oberen Plätze ergattern will in der Rangliste, ist gut beraten, präzise und bewusst zu schießen und nicht einfach nur auf Dauerfeuer zu gehen. Die Sensoren an den Quadcoptern analysieren die erhaltenen Treffer und sieben letzteres kategorisch aus, wer so spielt, wird nach unten gestuft. Nur wer die Waffen bewusst und zielsicher einsetzt, hat die Chance, das Turnier zu gewinnen. Die App wird zukünftig auch Kamerabilder der Drohnen empfangen. Denn entgegen der Informationen auf der Vorstellung in London, wo es noch hieß, Kameras seien aufgrund einer Vorgabe von Disney tabu und müsste DIY-mäßig nachgerüstet werden, ist nun klar, dass Propel im kommenden Jahr selbst eine Kamera auf den Markt bringen wird. Auch über eine Erweiterung des System um eine VR-Komponente denke man bereits nach, hieß es in Berlin. Ob das wirklich so kommt? Abwarten. Vollmundig war Propel ja schon immer in den Versprechungen.

Gallery: Hands-On: Propel Star Wars | 29 Photos



Wer sich für einen oder mehrere der Quadcopter-Serie interessiert, dem bleibt gar nichts anderes übrig, als jetzt zu bestellen. Sofort. Wie viele Exemplare sich hinter der limitierten Auflage verstecken, wird nicht kommuniziert, wann nachproduziert wird, ist ebenfalls nicht klar. So aufwendig verpackt und detailverliebt in der Ausführung wird es die Drohnen jedoch nie wieder geben. Schon in London hieß es, dass eine zweite Version in Planung sei. Ob man bei der dann auf die Handbemalung, den zweiten Akku oder sonstige Ersatzteile wird verzichten müssen, weiß aktuell nur Mr. Propel selbst.

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