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Peter Thiels Firma Palantir überwacht USA-Reisende

Ein mächtiges Werkzeug für Trump
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Warum unterstützt US-Investor und Privatfeldzugfinanzierer Peter Thiel den gewählten US-Präsident Donald Trump? Die US-Medien versuchen sich an vielfältigen Analysen: Thiel ist ein lupenreiner Technokrat und kein Liberaler, Thiel glaubt nicht an die Demokratie als Bedingung einer freien Gesellschaft und Thiel sieht in Trump zunächst eine Möglichkeit der konservativen Erneuerung der republikanischen Partei und dann des politischen Überbaus der USA.

Aber es könnte auch noch eine andere, einfachere Erklärung geben: Thiels Firma Palantir geht es lange nicht so gut wie geglaubt - aber während die großen Privatkunden abhauen, bleiben die US-Behörden, die Palantirs Datendienste in Anspruch nehmen, treu. Und diese Dienstleistungen haben es in sich.

Denn aus bislang unbekannter Unterlagen, die das Electronic Privacy Information Center (EPIC) entdeckt hat, geht hervor, dass Thiels Firma Palantir eng mit der Zoll- und Grenzschutzbehörde der Vereinigten Staaten zusammenarbeitet.

Und zwar habe Palantir zum Großteil im Geheimen der Zoll- und Grenzschutzbehörde bei der Überwachung und Einschätzung von Immigranten und anderen Reisenden geholfen. Das Analytical Framework for Intelligence (AFI) sei dabei ein System, das aus einer Vielzahl von Datenbanken der lokal, aus Staats- oder Bundesebene tätigen Strafverfolgungsbehörden Daten schöpft und diese miteinander verbindet.

Zu diesen Daten gehören oft heikle Daten aus der Privatsphäre wie biographische Informationen, persönliche Verbindungen, Reisepläne, Einreisegeschichte und Privat- und Firmenadressen, dazu Fingerabdrücke, Narben, Tätowierungen und andere physische Merkmale.

Auf diese Datensammlungen können über die Zoll- und Grenzschutzbehörde auch anderen US-Behörden zugreifen. Und auch wenn derzeit noch nicht viel mehr über das System und dessen Möglichkeiten bekannt ist, so liegt doch nahe, dass es ein wichtiges Werkzeug in Trumps angekündigtem Anti-Einwanderungsprogramm sein könnte.

Will man, wie Trump das ankündigt, alle Immigranten "extrem überprüfen", dann ist so eine Analysesystem wie das von Thiels Firma Palantir das Werkzeug dafür.

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