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Von wegen anonym surfen...

... anonyme Surf-Profile können mit Klarnamen verbunden werden
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Vier ForscherInnnen der Stanford und Princeton University haben in einem Experiment gezeigt, dass auch aus 'anonymisierte' Browsing-Verläufen auf konkrete Personen zurückgeschlossen werden kann. Bei einer Untersuchung von knapp 400 Testpersonen konnten die ForscherInnen in über 70 Prozent der Fälle URL-Sammlungen korrekt mit einer Person verknüpfen.

Das sollte all jene besorgen, die noch glauben, dass es so etwas wie anonymes Surfen gibt - und dass Datenhändler durch die Anonymisierung ihrer Datensätze tatsächlich Rückschlüsse auf Personen verhindern könnten.

Dabei ist der Ansatz der vier ForscherInnen gar nicht so komplex: Sie gehen davon aus, dass ein bestimmter Internetnutzer Links, die in seiner oder ihrer Social-Media-Feeds vorkommen, häufiger anklicken, als ein zufälliger Nutzer. Kennt man also einen Social-Media-Feed, zum Beispiel von Twitter oder Facebook, eines Nutzers, kann er statistisch in einer Sammlung anonymer Browsing-Verläufe wiedergefunden werden.

Das funktioniert erstaunlich gut: In einem ersten Schritt simulierten die ForscherInnen einen Browsing-Verlauf und zeigten, dass mit nur 30 Links aus einem namentlich bekannten Twitter-Feed in jedem zweiten Fall Browsing-Verlauf und Twitter-Feed zugeordnet werden können.

Mit diesem Wissen wurde so ein System im Experiment an knapp 400 Testpersonen erprobt - und übertraf die Vorhersagen: 72 Prozent aller Browsing-Verläufe konnten mit den Feeds der Testpersonen verknüpft werden. Untersucht wurden dabei über 300 Millionen öffentliche Twitter-Profile. Sie waren damit de-anonymisiert.

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