Image credit:

YouTube nimmt Pewdiepies Serie aus dem Programm

'Wir haben entschieden, die Veröffentlichung von Scare PewDiePie Season 2 zu streichen und entfernen PewDiePie von Google Preferred.'
Share
Tweet
Share
Save
Nur wenige Stunden, nachdem Maker Studios (gehört zu Disney) alle Verbindungen zu Felix 'Pewdiepie' Kjellberg wegen einer extremen, antisemitischen Botschaft gekappt hatte, hat der schwedische Vlogger seinen zweiten, wichtigen Partner verloren: YouTube.

Ein Firmensprecher erklärte, dass man die zweite Staffel von Scare PewDiePie gestrichen habe - die Videos werden also nicht auf YouTubes Aboservice Red erscheinen. Außerdem wurde sein Kanal von Google Preferred gelöscht, einer Werbeplattform für vereinfachte Kommerzialisierung von YouTube-Videos. Google versammelt die Top-Kanäle dort und bietet sie gebündelt Werbekunden zu einem höheren Preis an. Für Kjellberg bedeutet das, dass er zwar noch immer Videos bei YouTube veröffentlichen und sie für Werbspots freischalten kann. Dass er aber ohne die Google-Preferred-Behandlung weniger Geld dafür sehen wird.

Pewdiepie hostet den mit 53 Millionen Followern erfolgreichsten YouTube-Kanal. Vor ein paar Tagen hat er über die Mikrojob-Vermittlung Fiverr zwei indische Männer gebucht, die sich dabei filmen sollten, wie sie halbnackt nach einem Tanz ein Transparent mit der Botschaft: "Tod allen Juden" ('Death to all Jews') entrollten. Die beiden Männer hatten bei Fiverr dafür geworben, gegen Geld halbnackt im Dschungel zu tanzen und eine beliebige Nachricht auf ihren Körper zu schreiben. Das Video ist mittlerweile gelöscht worden - aber es ist unklar, ob durch YouTube oder Kjellberg selbst.

Am Ende des Videos bittet Kjellberg bei seinen Zuschauern um Entschuldigung - gab der Darbietung aber trotzdem "5 Punkte". Laut IBTimes sagte er:

"Es tut mir leid. Ich dachte nicht, dass sie das wirklich tun würden. Ich fühle mich teilweise verantwortlich dafür. Ich finde aber, dass ich ihnen fünf Sterne geben muss für ihre außergewöhnliche Darbietung, weil sie wenigstens das taten, was ich ihnen auftrug."

In einem ebenso gelöschten Video verteidigt Kjellberg das Video:

"Ich glaube halt - und ich glaube sehr daran - dass jetzt 2017 ist. Wir müssen unterscheiden, was ein Witz ist und was wirklich problematisch ist. Ist ein Witz wirklich reiner Rassismus? Ist etwas, das als Witz bezeichnet werden könnte reine Homophobie oder antisemitisch oder alles? Konext ist verdammt noch mal wichtig."

Im Kampf um Zuseher hatte Kjellberg bereits öfters daneben gegriffen. So erklärte er in einem Tweet schon einmal seine Zugehörigkeit zum sogenannten Islamischen Staat (wofür er vorübergehend gesperrt wurde), benutzte ein extrem belastetes rassistisches Schimpfwort und stellte sich im Scherz als Pädosexueller dar.

From around the web

ear iconeye icontext filevr