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Cubot Rainbow 2 Review: Der Dual-Kamera Preisbrecher

Aber taugt das auch was? Wenn ja für wen?
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In vielerlei Hinsicht ist das Cubot Rainbow 2 ein Experiment. Ein Versuch herauszufinden was wirklich am unteren Rand eines Smartphones mit Kameras geht. Mit einem Preis ab 65 Euro (üblicherweise so um die 80) wirkt das doch zunächst mal wirklich verflixt billig für ein Smartphone mit 5-Zoll Display und Dual-Kamera, Quadcore Prozessor (MT6580A), Android 7.0 und Dual-SIM plus microSD (bis zu 256GB!). Was haben die sich da an essentiellem eingespart?

Der IPS-Bildschirm mit 720p (294ppi) wäre die erste Möglichkeit gewesen, aber die Farben sind bestechend prägnant, die Helligkeit sehr hoch, allerdings ist er auch recht spiegelnd. Die Verarbeitung des Smartphones? Durch und durch gelungen. Die Frontseite hat ein feines 2.5D Gorillaglas. Die stark gebogene Rückseite ist zwar aus Plastik (in Schwarz wirkt das wie Klavierlack) aber dafür umgibt das Smartphone ein Metallrahmen und optisch ist es sehr elegant (es gibt sogar eine rote und strahlend blaue Variante). Zugegeben, ich bin aber auch ein Klavierlack-Optik-Liebhaber. Auch wenn ich weiß, dass das sehr fingerabdruckanfällig ist.

Gallery: Cubot Rainbow 2 Review | 17 Photos



Mit 16GB Speicher hinterlässt das installierte Minimal-System dennoch mehr als 10GB. Die 1GB RAM machten mich zunächst etwas skeptisch, aber für die einfachen Aufgaben läuft das durch und durch rund und weitgehend ruckelfrei, allerdings ist sich Cubot hier auch bewusst, dass das nicht viel RAM ist und hat ein wenig geschraubt, aber Nougat scheint überraschend gut damit umzugehen.

Ich gehöre zu den Menschen die immer die Developer-Option anstellen, um die Animationsraten von 1x auf 0,5x zu beschleunigen. Das hat Cubot hier schon gemacht. Im Swipe-Up auf dem Home-Screen findet sich auch zusätzlich gleich noch ein Beschleunigungs-Button, um die Backgroundtasks zu flushen. Und in den Systemeinstellungen ist ein Feature, das sich DuraSpeed nennt, mit dem man die Hintergrund-Aktivitäten von einzelnen Apps einschränken kann. Nein, Multitasking ist wirklich nicht die Stärke des Rainbow 2, aber, wie gesagt, auf der Oberfläche läuft das alles durchaus rund.

Das Fehlen von LTE ist natürlich ein großer Schmerzpunkt und mit den WCDMA-Frequenzen ist bei Netzaufgaben kein Speed zu erwarten. Das WiFi unterstützt kein 5Ghz, klar, schade, aber in dem Segment kann man darauf wirklich gut verzichten. Bluetooth 4.0 immerhin und OTG für die USB 2.0 Verbindung. Die Verbindungen die es gibt, sind dafür durchaus Leistungsstark und die Klangqualität beim Telefonieren ist - so lausig sie auch generell bei allen Telefonen ist - durchaus akzeptabel. Aus dem Lautsprecher kommt nicht so viel raus, was bei Smartphones in diversen Preisklassen ja so üblich ist und auch über Kopfhörer ist das Rainbow 2 nicht wirklich bemerkenswert aber akzeptabel.



Vor allem aber ist das Rainbow mir direkt sympathisch. Ich mag die Form, das Design, die Schlankheit, es tut fast ein wenig weh, das in den mitgelieferten TPU-Bumper zur Sicherheit zu stecken, der es viel zu klobig wirken lässt.

Erstes kurze Fazit also. Hier und da ist es eng, aber die geringen Erwartungen (bei diesem Preis) übertrifft das Rainbow 2 schon mal locker. Es wirkt wirklich nicht billig.

Software

Reines Android. Die üblichen Google-Apps und darüber hinaus kaum mehr. Ein FM-Radio, ein Sound-Recorder, File-Manager, einfache Musik-Software, Kalender, die Galerie, das war es. In den Settings gibt es noch ein paar praktische Tools mehr. HotKnot für die Übertragung von Daten von Handy zu Handy. Diverse Einstellungen für Gesten. Wallpaper-Switch mit zwei Fingern, Screenshot mit dreien, Unlock durch Winken über die Frontkamera, diverse Möglichkeiten auf die Ohrnähe zu reagieren, sowie Gesten um aus dem Schlafmodus in spezielle Apps mit einem gemalten Buchstaben zu kommen. Mit Parallel Space kann man obendrein doppelte Instanzen für Apps erzeugen, damit man sich mit mehreren Accounts bspw. in Instagram einloggen kann. 5.78GB. So muss das sein. Android 7.0 mit einem Security-Patch von Februar ist auch ein großer Vorteil. "Ok Google" ist an Bord, der Assistent scheitert wohl an dem einen GB RAM, denn die Minimalkonfiguration schreibt mindestens 1,5GB vor.



Kamera

Doch kommen wir zur Kamera, denn darauf legt das Cubot Rainbow 2 besonderen Wert, schließlich ist es eine Dual-Kamera. 13 Megapixel und 2 Megapixel sind verbaut, vorne eine 5 Megapixel Kamera mit einem zusätzlichen sanften LED-Blitz. Wir erwarten keine Sensationen, aber schon auf den ersten Blick wirkt das wie ein taugliches Schnappschuss SetUp.

Und legt man mit der Kamera erst mal los, dann muss man zugeben, für ein Smartphones dieser Preisklasse sind die Bilder wirklich erstaunlich. Bei gutem Licht wirken sie fast überscharf. Die Farben dicht und satt, die Konturen vielleicht einen Hauch überzeichnet, was ihnen eine Anmutung von Schärfe gibt, die stärker ist, als sie eigentlich wirklich ist. Die Farbtöne sind sehr ausgeglichen und doch stark. Die Bilder haben auf Anhieb Charakter. Und bei gutem Licht gelingen einem ohne Probleme und irgendwelches Können sofort sehr schöne Fotos.

Der Fokus ist verlässlich, regelt die Helligkeit der Bilder recht zuverlässig und selbst der Blur-Effekt, den die Dual-Kamera hier ermöglicht, wirkt bei Macroaufnahmen durchaus hübsch. Kein Super-Bokeh, aber ein durchaus nutzbarer Effekt speziell bei Makros, den man in seiner Intensität allerdings etwas stark aufdrehen kann. Man sollte das Dual-Kamera-Feature hier wirklich als Effekt betrachten.

Bei gutem Licht sind nicht nur die Konturen gestochen, sondern auch die Flächen relativ dicht und ohne viel Rauschen. Die Kamera-Software ist die übliche die man auf vielen chinesischen Handys findet und ist nicht gerade besonders nutzerfreundlich. HDR würde ich mal als eine Art Aufheller bezeichnen und man lässt in den meisten Situationen lieber die Finger davon, zumal die Aufnahme dann eher ewig dauert.

Geht es in die Dämmerung macht sich recht schnell ein Rauschen bemerkbar, aber die Farbigkeit der Bilder ist nach wie vor gut, wechselt man langsam ins Dunkle, dann ist allerdings auch schnell Schluss. Je weniger Licht die Kamera bekommt, desto mehr merkt man schon an der - freundlich gesagt - gemütlichen Framerate auf dem Screen, dass hier mit recht langen Belichtungszeiten kompensiert werden soll. Ist nur noch Straßenbeleuchtung da und die auch nicht sonderlich hell, dann bleibt von den Bildern zwar immer noch etwas übrig, aber Schärfe wird zunehmend zu einer Herausforderung für die Stabilität der eigenen Hände und das Rauschen wird auch immer ärger.

Gallery: Cubot Rainbow 2 Samplebilder | 101 Photos



Die Videos der Kamera sind bei Bewegung nicht wirklich annähernd so gut wie die Qualität der Fotos. Es ruckelt mit oder ohne EIS und das ist schade, denn bei ruhiger Hand sind die Videos und auch die Klangqualität durchaus ansprechend. Auch hier werden die Ergebnisse bei mangelndem Licht schnell schlechter.

Die Selfiekamera ist nicht mein Ding, prinzipiell, aber sie ist durchaus akzeptabel. Hat aber gegenüber der Rückkamera keine wirklichen Qualitäten vorzuweisen.

Quintessenz: das Dual-Kamera-Feature bringt durchaus etwas. Gegenüber vielen anderen 13 Megapixel-Shootern der unteren Preisklassen wirken die Ergebnisse oft brillant. Auch wenn man zugeben muss, dass es sich um eine Kamera handelt, die bei aller Farbintensität und Ausgeglichenheit doch einen starken Eigencharakter hat. Ich würde es mal als eine resolute Körnigkeit bezeichnen. Aber genau das mag ich an ihr. Wer vornehmlich in dunkleren Umgebungen unterwegs ist, sollte sich aber wirklich lieber in einer Preisklasse umsehen, die mindestens drei bis vier mal so hoch ist.

Für mich ist LTE bei einem Smartphone zwar unverzichtbar, aber wer z.B. eh mit geringen Datenvolumen unterwegs ist und ein Handy fast zum Gelegenheits-Mitnahme-Preis braucht, das obendrein tagsüber wirklich herausragende Bilder schießen kann, der ist mit dem Cubot Rainbow 2 bestens bedient. Eigentlich ist es das perfekte Kinder-Smartphone. Keine Sorge darum, dass die Kleinen schon nach ein paar Tagen die Datenflat mit YouTube-Video-Konsum ruiniert haben, dennoch immer genug Platz für die essentiellen WhatsApp-Plaudereien und mit der Kamera noch ein Garant für überraschend schöne Bilder (tagsüber gilt da ja sowieso), mit nicht zu aufwendigen Spielen kommt es auch klar und hübsch ist es obendrein. Wir finden Cubot sollte unbedingt Glitzer-Bumper dafür herstellen, denn wir wissen ja alle, Kids gehören zu dieser Zielgruppe, die nur deshalb ein iPhone oder ein Samsung wollen, weil es dafür so tolle Hüllen gibt.

Bei Gearbest ist das Cubot Rainbow 2 derzeit für 64 Euro vorbestellbar.

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