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Was kann das Nokia 3310 eigentlich? 

Nichts. Und das ist nicht unbedingt ein Vorteil
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Ja, das Nokia 3310 ist ein Hype-Telefon. Warum haben wir schon bei der Vorstellung nur halb verstanden. Nostalgie ist schön, aber sie ist auch schmerzhaft, wie ein Blick hinter die Kulissen des soeben erschienen Retro-Klassikers in Neuauflage beweist.

Für knapp 60 Euro bekommt man zwar ein putziges Telefon, aber man sollte sich bewusst sein, dass man damit bestenfalls telefonieren kann. Das Display mit einer Auflösung von 320x240 ist kein Spass, die Kamera mit 2 Megapixeln auch nichts was man selbst für Social Media nutzen könnte. Aber da kommt man eh nicht wirklich an.

Gallery: Nokia 3310 camera samples | 9 Photos



Es gibt ein FM-Radio, einen MP3 Player, man kann MP3-Klingeltöne installieren und sogar Videos abspielen, die sollten aber besser von der eigenen Kamera kommen (eher unansehnlich), denn der Import ist eher umständlich, weil er nur 3GP in reduziertem Format akzeptiert. Immerhin gibt es eine MicroSD auf die man MP3s oder anderes platzieren könnte.

Der Browser ist ein Opera Mini WAP Browser, auf dem nahezu alle Webseiten nach Datenmüll aussehen. Aber bis man überhaupt bei den Webseiten angelangt ist, vergehen eh Stunden, weil die Daten über die 2.5G Verbindung kommen müssen. WiFi gibt es natürlich nicht. Ein Import von Kontakten ist auch eher umständlich, weil man heutzutage Kontakte eben eher über Google oder iOS transportiert, als sie irgendwie über einen VCF-Export-Import zu bekommen. Und weiß noch jemand Telefonnummern auswendig?

Gallery: Nokia 3310 | 31 Photos



Apropos tippen. Ja, es ist schön auf einer Tastatur zu tippen, aber ernsthaft, wenn jede Zahl 3 verschiedene Buchstaben bedeuten kann, dann ist das mit der Fehlerkorrektur auch eher ein komplexes Thema. Allerdings: wem sollte man was tippen? Nutzt noch jemand SMS? Whatsapp wird auf dem Nokia 3310 schwierig, weil es das ebensowenig gibt, wie Instagram, Maps oder YouTube, oder Spotify. Gmail gibt es. Twitter Facebook und FB Messenger, allerdings in reduziertester Form.

Und das Snake-Spiel. Nunja. Auch nicht so schön diese Version. Immerhin, man kann es fallen lassen und es geht nicht gleich kaputt. Aber wer das Nokia nicht als selbstauferlegte Beschränkung, sondern als ein Smartphone haben möchte, das man mal eben im Festival-Schlamm verlieren kann, ohne sich groß Sorgen zu machen, dem würden wir eher empfehlen, sich für den gleichen Preis eins dieser China-Smartphones zuzulegen, die können auch zumindest ein paar Tage lang telefonieren, wenn man die Batteriesparfunktion anschaltet und man hat für den Notfall immer noch Zugriff auf all den Kram den man sonst so benötigt.

Aber falls es wirklich unbedingt aus Nostalgiegründen ein Nokia 3310 sein muss, dann wollen wir euch natürlich nicht aufhalten.

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