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Leophile Eel Review

Sportlicher Bluetooth-Kopfhörer mit slickem Design
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Ich bin, zugegeben, nicht so der Fan von Bluetooth-Kopfhörern und auch nicht von In-Ears. Erstere klingen meist nicht sonderlich gut, letztere sitzen bei mir fast nie. Deshalb war ich zuerst auch etwas skeptisch, als mir Leophile einen ihrer Eel In-Ear Bluetooth Kopfhörer für ein Review schicken wollte, aber irgendwie wirkte das Format sehr sympathisch.



Die Idee hinter dem Namen, Eel wie Aal ist, dass man den Kopfhörer z.B. um den Arm wickeln kann, wenn man ihn gerade nicht braucht. Das sieht auf Fotos ziemlich lässig aus, ist in der Praxis aber etwas fusselig, weil man die kleinen Kabel mittels einer Klemme zusammenstecken muss und dann trotzdem noch alles so ums Handgelenk rumschlackert, dass man ständig die Ohrstecker zwischen den Fingern rumfusseln hat. Obendrein hat man schnell Angst, dass man das Kabel beim Einfügen in die Klemme irgendwie beschädigt. Idee gut, Umsetzung irgendwie suboptimal. Es wird eine zweite Klemme mitgeliefert, die sich mit der ersten verschränken lässt. Selbst dann wäre mir das meist zu viel Gefussel.



Aber das ist eigentlich auch nicht schlimm, denn der Eel liegt sehr gut und sicher mit seinen leichten Gewichten auf beiden Seiten außen um den Hals und da kann er auch wirklich ständig bleiben, ohne dass er stören würde. Anders als bei Bluetooth-Kopfhörern die die beiden Stecker nur mit einem dünnen Kabel verbinden, gibt das ein irgendwie stabileres Gefühl, anders als bei Bluetooth-Kopfhörern nach dem AirPod-Prinzip hat man nicht die Sorge die ständig zu verlieren. Die 34 Gramm fallen da nicht weiter auf und die Oberfläche ist samtig und angenehm auf der Haut und damit gleich auch ziemlich rutschfest und die Ohr-Stecker sind dadurch obendrein ein Fliegengewicht. Aber, ja, die werden leicht schmutzig, sind aber auch leicht zu säubern.



Die Stecker selbst sitzen sehr gut in den Ohren, was mich überrascht hat, denn wie erwähnt, bei mir sitzen In-Ears meist nicht so gut. Es gibt eine Auswahl aus drei Pölsterchen für verschiedene Größen, vermutlich ist da für jeden was dabei. In den Ohren erzeugen sie keinen Druck, bleiben leicht aber halten selbst bei etwas sportlicherem Umgang ihre Position sehr gut, so dass man nicht das Problem bekommt, dass sich der Sound ständig zu stark ändern würde. Ein leichter Abfall an Bass aber macht sich dennoch bemerkbar, wenn die Stecker mal ihre Position leicht verändern.

Und da sind wir auch schon mitten im wichtigesten Punkt. Wie klingt er? Überraschend gut und warm in den Bässen. Nicht der kickendste Kopfhörer aber mit erstaunlich satten Tiefen, prägnant aber auch in den Mitten und Höhen, wobei allerdings gerade die oberen Mitten zu scharf klingen. Für Bluetooth-Kopfhörer ist das leider nicht untypisch. Das Klangbild ist breit aber man merkt schon, dass man weit von HiFi entfernt ist. Ich war dennoch etwas erstaunt über den Klang, da meine Erfahrungen mit diversen Bluetooth-Kopfhörern oft um einiges schlechter waren, denn speziell die Tiefen geben dem Klang hier eine gute substantielle Grundlage auf der die Makel weiter oben nicht mehr so stören. Und die Nebengeräusche, die Bewegung bei Kopfhörern erzeugt sind auch relativ minimal und fallen eher nicht auf. Dennoch würde ich empfehlen beim Musikhören den Kopfhörer mit einer Software mit Equalizer zu nutzen, denn so um die 4kHz macht es durchaus Sinn da etwas zu dämpfen.



Ansonsten aber machen sich die Kopfhörer recht gut und bleiben auch bei längerer Zeit im Ohr unaufdringlich und vor allem in Position. Mit einer Ladung halten sie ca. 10 Stunden und ich vermute fast, dass weder die Stecker selbst dann in den Ohren stören, oder das Band um den Hals. Voll aufgeladen sind sie in ca. 1,5 Stunden und im Stand-By halten sie ewig. Die Lautstärke ist angemessen, aber auch nicht besonders laut. Dazu sollte ich allerdings anfügen, dass ich sonst immer geschlossene Kopfhörer nutze, die eh mehr Druck machen und laut für mich eigentlich auch erst da beginnt, wo manch andere schon schmerzverzerrte Gesichter machen. Aber dennoch, nein, wirklich laut sind die nicht.

Und was können sie so? Nicht so viel, aber genug. Das Pairing geht flott, die Verbindung ist stabil, jedenfalls ist mir die Kopplung mit meinem Smartphone nie verloren gegangen. Bis zu 15 Meter Entfernung laufen meist ohne Unterbrechung. Mit einem Computer gekoppelt allerdings gab es gelegentlich völlig unerklärliche Verbindungsausfälle selbst wenn ich daneben saß. Da dies bei anderen Verbindungen nie auftauchte, schiebe ich es mal auf das lausige Bluetooth-Modul in dem Zweitrechner.



Es gibt zwei Lautstärke-Knöpfe im Halsband mit denen man auch Tracks skippen kann und einen Multifunktionsknopf, der zum Pairing dient, zum An- und Aus-Schalten und der mit einem Doppelclick den Google Assistant (oder Siri) aktiviert, so dass man, auch ohne das Telefon aus der Hosentasche zu holen, jemanden Anrufen kann oder was sonst man so von einer Kommunikation mit dieser Art "Intelligenz" erwartet. Man braucht allerdings etwas Gewöhnung, um diesen Doppelklick auch richtig hinzubekommen. Nicht weil man die Multifunktionstaste nicht blind finden würde, die sich gut von den Lautstärketasten unterscheidet, sondern weil die Bewegung einfach etwas unergonomisch ist. Hat man es einmal raus, dann ist das allerdings schon praktisch genug, auch wenn die Stimme des Google Assistant irgendwie notorisch leise ist. Beim Telefonieren ist die Mikrophon-Qualität ziemlich gut, ich vermute das Mikrophon ist neben der LED im "Halsband".

Alles in allem ist der Leophile Eel sein Geld allemal wert. Er kostet derzeit knapp 50 Euro und ist, liebe Wasserratten, auch noch IPX7 zertifiziert, d.h. für die gelegentliche Dusche oder einen kurzen Tauchgang ist er durchaus geeignet. Ich hatte bislang zwar keine Zeit den Eel mit ins Schwimmbad zu nehmen (wobei ich auch nicht wüsste woher ich die Hosentasche in der Badehose bekäme, in der mein Telefon nicht nerven würde), aber glaube das erst mal so. Wer eine Plantsche im Garten hat, wird das Feature lieben.

Ein sehr leichter aber dennoch nicht flausiger Bluetooth-Kopfhörer für sportlichen Einsatz also, der recht überzeugend klingt (wenn man die Bluetooth-Einschränkungen in Betracht zieht) und vor allem zunächst unauffällig aber bei näherem Hinsehen doch sehr elegant aussieht.



PS: Nein, wir empfehlen nicht in der Praxis den Eel am Hauskater zu parken, selbst wenn das gut aussieht, es könnte zu Irritationen führen. Aber den CE-Aufkleber solltet ihr schon abmachen, der nervt nur.

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