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Vergewaltigte Frau verklagt Uber wegen unrechtmäßig erhaltener Krankenakten

Ubers Chefetage dachte angeblich, dass die Frau sich gegen das Unternehmen verschwor und eine Vergewaltigung erfand
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Eine Uber-Passagierin aus Indien, die 2014 von einem Uber-Fahrer vergewaltigt wurde, verklagt das Unternehmen, weil es unrechtmäßig ihre Krankenakte erhalten und weitergegeben habe. Denn obwohl Uber öffentlich der Frau Mitleid aussprach und erklärte, dass man "alles tun wird, um den Täter zur Rechenschaft zu ziehen", und der Täter tatsächlich lebenslang im Gefängnis sitzen wird - misstrauten die Uber-Chefs doch der Geschichte der Frau.

Recode und die New York Times zitieren beide aus einem Bericht, wonach Eric Alexander, ehemaliger President of Business bei Uber Asia Pacific (jetzt gekündigt), ihre Krankenakten von den Ärzten erhielt, die sie nach der Vergewaltigung untersuchten.

Noch ist unklar, ob Alexander die Akten rechtmäßig oder nicht erhielt. Außer Frage sei aber, dass er sie an Uber-Chef Travis Kalanick und dessen Vertrauten Emil Michael (bereits entlassen) weitergeleitet habe.

Angeblich hätten die drei Uber-Chefs überlegt, ob die Frau sich mit dem indischen Uber-Rivalen Ola zusammengetan und den Vorfall inszeniert habe, um den Fahrservice zu sabotieren.

In einem Dokument, das die Anwälte der Klägerin bei Gericht einreichten, heißt es:

"Kalanick, Eric Alexander, Ubers ehemaliger Vizepräsident für Business in Asien und Emil Michael, Ubers ehemaliger Senior-Vizepräsident for Business betreiben Vergewaltigungsleugnung, indem sie sich darauf konzentrieren, ob das Opfer trank, was es trug, ob sie den angeblichen Vergewaltiger kannte und nicht auf die ganz echte physische, emotionale und finanzielle Belastung, die sexuelle Gewalt für das Opfer bedeutet.

Indem sie sich darauf konzentrieren, 'ob sie wirklich vergewaltigt wurde' und indem sie die Klägerin als Opportunistin und Lügnerin darstellen, versicherten sich die Angeklagten selbst, dass offenbar der einzige Grund, warum eine Frau einen sexuellen Angriff anzeigen würde, der persönliche Gewinn sei und nicht, um ähnliche Fälle zu verhindern oder um eine Ungerechtigkeit zu berichtigen.

Die Klägerin ist niedergeschlagen von dem Verhalten Ubers und seiner leitenden Angestellten, die in ihre extrem privaten medizinischen Aufzeichnungen der Vergewaltigung eingedrungen sind herzlos ihre Privatsphäre ignorierten, indem sie deren Inhalte in der Firma verteilten."

Die Dokumente besagen außerdem, dass die Klägerin auch Klage gegen Uber wegen Verletzung hrer Privatsphäre, Veröffentlichung privater Informationen und Rufschädigung einreichte. Uber ließ derweil mitteilen:

"Niemand sollte so eine schreckliche Erfahrung wie diese machen und es tut uns wirklich leid, dass sie sie in den letzten Wochen wieder erleben musste."

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