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Hacker bastelt Krypto-Kamera

Warum auf die lahme Kameraindustrie warten?
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Auch wenn viele FotografInnen die Notwendigkeit klar belegen können: Bis Kamerahersteller einen Verschlüsselungsmechanismus in ihre Geräte einbauen, könnte noch viel Zeit vergehen. Auf eine Anfrage der Financial Times, welche Sicherheitsmechanismen sie erforschen, antworteten Japans größte Kamerahersteller wie Canon, Nikon, Sony und Olympus unisono mit Schweigen. Selbst unabhängige Kameraexperten betonten, wie schwer es sei, eine Verschlüsselung einer Kamera hinzuzufügen, ohne bequeme Nutzererfahrung zu ruinieren.

Das ist natürlich alles Blödsinn. Es würde ja schon reichen, eine PIN-Sicherung mit einem vierstelligen Zahlencode einzubauen - das würde Diebe und andere illegitime Nutzer davon abhalten, Bilder ohne Einverständnis der FotografInnen einsehen zu können.

Hacker W Aaron Waychoff hat sich die FotografInnen-Klage zu Herzen genommen und einen Machbarkeitsbeweis geliefert: Aus einem Raspberry Pi 3 mit Touchscreen und Pi-Kamera und einem 64-GB-USB-Stick baute er eine Kamera und programmierte eine Verschlüsselungs, die so funktioniert:

  • An einem Computer erstellt man mit GnuPG ein Schlüsselpaar.
  • Der öffentliche Schlüssel wird auf einer SD-Karte, einem USB-Stick oder einem anderen Wechselspeicher abgelegt.
  • Der Wechselspeicher wird in die Kamera eingelegt und alle Bilder werden automatisch mit dem hinterlegten Schüssel verschlüsselt.
  • Wenn man die Bilder wieder braucht, kann man sie am Computer mit dem privaten Schlüssel wieder dechiffrieren.
Die Methode hat eine Nachteil, der auch ein Vorteil ist: Nachdem sie gespeichert wurden, können die Bilder nicht am Gerät angesehen werden. Doch damit kann prinzipiell verhindert werden, dass ein Fotograf/eine Fotografin im Einsatz gezwungen wird, Bilder vorzuzeigen. Schlimmstenfalls wird das Speichermedium eben zerstört. Aber keine Interviewpartner, inkriminierenden Fotomotive oder andere sensible Informationen können preisgegeben werden.

Mit der Erstellung des Schlüsselpaars kann außerdem auch eine unabhängige Stelle beauftragt werden - die dann als einzige Partei die Bilder entschlüsseln kann.

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