Image credit:

TrackR Pixel: Was taugt Nabelschnur zwischen Smartphone und Schlüsselbund

Einiges ist noch ein Versprechen
0 Shares
Share
Tweet
Share
Save


Es gibt ein relativ endloses Angebot an Bluetooth-Tags. Kleine Tracker, die man auf Dinge klebt oder schnürt, damit man sie nicht verliert. TrackR Pixel ist eins davon und wir hatten auf der IFA eins in die Hand gedrückt bekommen, um uns davon zu überzeugen, dass wir es wirklich brauchen.

Obwohl der TrackR mittels einer kleinen Schlaufe oder Klebepads letztendlich an allem anbringbar ist, was man nicht verlieren will, die wichtigste Funktion zuerst. Eine Nabelschnur zwischen Schlüssel und Telefon. Dafür ist das TrackR Pixel nahezu ideal. Man verbindet es über die App im Smartphone via Bluetooth, gibt dem Pixel seinen eigenen Namen und dies ist alles recht unkompliziert. In seinem kleinen unscheinbaren Plastikgehäuse wirkt das Ding obendrein stabil genug, um es an den Schlüssel zu hängen und wen kümmert's, wenn es ein paar Kratzer abbekommt.



Die Bluetooth-Verbindung ist typischerweise ca. 10 Meter, sollte man also seinen Schlüssel mehr als 10 Meter vom Smartphone entfernen, dann fängt der kleine Pixel an zu piepsen und blinken. Das ist nützlich wenn man nie ohne Telefon aus dem Haus gehen will, aber auch wenn man den Schlüssel nicht vergessen möchte. Natürlich kann man selbst obskurste Aufenthalte in Sofaritzen damit leicht lokalisieren, denn ein Druck in der App genügt und schon piepst und blinkt es. Auch wenn man sein Telefon sucht, aber den Schlüssel in der Hand hat, ist das kein Problem. Man drückt auf den Pixel-Knopf und schon bekommt man eine bimmelnde Notification auf dem Handy. Sound ist einstellbar.

Die App nutzt zusätzlich AGPS und sagt einem so, wo sie zuletzt Verbindung mit dem Pixel hatte. D.h. sollte man unterwegs den Schlüssel verlieren, weiß man wo man anfangen könnte zu suchen. Interessant ist obendrein die "Crowd Locate"-Funktion, da andere TrackR-Nutzer einem darüber die Position der eigenen Pixel (oder anderen TrackR-Modelle) updaten können. Nein, sie selbst sehen das Ding natürlich nicht in der App.

Wie sicher das alles ist, überlassen wir mal einem findigen Hacker, 100% sicher und encrypted sagt die Info selbstverständlich. Mit Bluetooth 4.0, wir zweifeln? Als Bonusfunktion gibt es WiFi-Safe-Zonen damit nicht bei jeder Trennung der Bluetooth-Nabelschnur, das plinkern losgeht, wenn die eigene Wohnung etwas größer ist als ein Bluetooth-Netzwerk. Dann wäre aber die Hauptfunktion weg.

Diese verflixten 10 Meter machen einen TrackR wie Pixel aber wirklich vor allem nützlich für Dinge, die man immer zusammen halten will. Schlüssel, Telefon, Brieftasche. Für Tiere im Garten ist das schon zu wenig und wenig andere Dinge sind so aneinander gebunden oder häufig gesucht, mit Ausnahme vielleicht der aussterbenden Spezies der Fernbedienung. Die Batterie ist ein typische Knopfzelle (CR2016), also prinzipiell leicht austauschbar (man soll eine Ersatzbatterie umsonst nachgeschickt bekommen, aber bei dem Porto lohnt sich das nicht). Mit ist es allerdings nicht gelungen, die Rückseite abzudrehen. Üblicherweise soll sie ca. 1 Jahr halten, danach muss ich es mal mit mehr Gewalt versuchen.

Ob Crowd-Locate wirklich funktioniert, hängt natürlich davon ab, wie viele TrackR-Nutzer in der Umgebung sind, aber selbst wenn es - wie in Berlin - vielleicht ein paar Hundert sind, dürfte die Wahrscheinlichkeit, darüber etwas wieder zu finden, nicht gerade groß sein bei einem 10 Meter Radius.



Prinzipiell ist so ein TrackR Pixel für die wenigen oben angesprochenen Einsatzbereiche eine praktische Idee, die Umsetzung sehr einfach und übersichtlich, die Einstellungsmöglichkeiten (man kann alles ausschalten) gut nur der Preis mit (vermutlich) 25 Euro etwas hoch. Tatsächlich sind mir nach der ersten Einstellung einmal die Settings des Pixel verloren gegangen und ich musste ihn neu einrichten. Das schafft nicht sonderlich viel Vertrauen. Die Reichweite ist für die Hauptfunktion (Nabelschnur) etwas gering und zwingt einen (je nach Wohnung) dazu, den Schlüssel irgendwie mittig zu positionieren, sonst bimmelt es gelegentlich. Ein weiterer Nachteil ist die Verbindungsgeschwindigkeit. Ist Bluetooth einmal unterbrochen, braucht es nämlich manchmal mehr als eine Minute bis die Geräte wieder gekoppelt sind. Das dürfte gerade für die eh schon nicht sonderlich nützliche Crowd-Locate-Funktion ein zusätzlicher Dämpfer sein und erfordert etwas mehr Geduld, als einem manchmal lieb ist, wenn man in Panik zurück in die Wohnung rennt, weil man Schlüssel oder Smartphone vergessen hat.

Verlässlichkeit wäre eins der Hauptargumente für so ein Bluetooth-Tag. Man will es ein Mal einrichten und dann, bis auf die Klingelei, vergessen. Ich bin mir nach zwei Tagen mit dem TrackR Pixel noch nicht wirklich sicher, ob das hier zutrifft, obwohl es bislang immer gepiepst hat, wenn ich das Haus ohne Schlüssel oder ohne Telefon verlassen habe. Bei Ersterem könnte es aber dann vielleicht obendrein auch schon zu spät sein. Allerdings tritt ein Effekt ein, der so etwas dann doch erstaunlich nützlich macht. Ein TrackR erzieht einen nahezu dazu, mehr auf die Position aber auch das Vorhandensein von Dingen die man immer braucht zu achten.

Mit Bluetooth 4.0 scheint uns ein TrackR noch in den Startlöchern seiner wirklichen Nützlichkeit zu stehen. Im Bluetooth 5.0 Zeitalter mit stark erweiterten Reichweiten und besonderen IoT-Funktionalitäten könnten solche Tracker allerdings all ihre Versprechen bald schon wirklich komplett erfüllen.

PS: Der Vorgänger, TrackR Bravo in Aluminium, hat auf Amazon nahezu ausschließlich 1-Sterne Reviews. Das liegt u.a. daran, dass er massiv damit beworben wurde, irgendwie ein tolles Tool gegen Autodiebe zu sein, was nur im entferntesten Ausnahmeglücksfall zutreffen dürfte und glücklicherweise im FAQ auch eher verneint wird, da er selbst kein GPS hat, geschweige denn eine Leitung ins Netz. Der TrackR Pixel hat eigentlich die gleichen Funktionen, aber zusätzlich ein blinkendes LED-Licht und eine für die Reichweite sicherlich besseres Plastik-Umhüllung, die ihn dafür allerdings auch ziemlich billig aussehen lässt, obwohl er nur 5 Euro weniger kostet.

From around the web

ear iconeye icontext filevr