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Wer macht bessere Videos: Canon 80D DSKR vs Arri Alexa

Dazu gibt es exklusive Videotipps vom YouTube-Profi
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Ihr erinnert euch an Gene Nagata? Er hat die Videoqualität des iPhone 7 mit einer Arri Alexa verglichen - eine Hollywood-Kamera für 82.000 Dollar. Jetzt ist Gene mit einem neuen Vergleich zurück, den es exklusiv bei uns zuerst zu sehen gibt: Wie schlägt sich eine Canon 80D DSLR im Vergleich mit der Arri?

Was in seinen Videos auffällt: Wenn Gene ein iPhone oder eine Canon 80D in der Hand hält, sehen die Videos eh schon professionell aus. Wie macht er das? Ich haben ihn gefragt. Interview mit vielen Videotipps unter dem Video.

Engadget: Gene, wer bist Du eigentlich?

Gene: Ich heiße Gene Nagata, bei YouTube betreibe ich den Kanal PotatoJet. Ich bin ein Filmmacher und Inhaber der Produktionsfirma Second Light Creative, mit der ich hauptsächlich Werbevideos drehe.

Welche Rolle spielen Amateur-Kameras in Deinem Alltag?

Als Produktionsfirma ist mir eine effektive und effiziente Videoproduktion sehr wichtig. Aber High-End-Equipment benutze ich nur für bestimmte Projekte und wenn ich glaube, dass es wirklich nötig ist. Meine Vergleichsvideos helfen mir bei der Entscheidung - und ich hoffe sie entmystifizieren die Unterschiede auch für meine Zuschauer.

Wie entscheidet Du Dich für die richtige Kamera??

Wenn ich könnte, würde ich alles auf einer Handykamera aufnehmen, es ist eben sehr bequem. Aber je nach Projekt ist es eben wichtig, die Unterschiede zwischen Profi-, Prosumer- und Consumer-Kamera zu kennen. Sobald man diese Unterschiede kennt, kann man sich viel leichter fürs richtige Equipment entscheiden.

Die Unterschiede zwischen Kameras kennen viele Enthusiasten aus der Theorie, aber ich mache gerne diese Vergleichstests, damit man diese Unterschiede genau sieht. Wenn ich das Bildmaterial nebeneinander sehe, ist das Ergebnis in vielen Teilen vorhersehbar. Aber manchmal bin ich angenehm überrascht.

Natürlich kann man auch Kameras anhand ihrer Spezifikationen vergleichen, aber ich habe das Gefühl, dass viele Hersteller Kameras herstellen, die besonders hohe Spezifikationen haben, aber nicht mehr die klarsten, schönsten Bilder aufnehmen.

Eine Kamera hat so viele Aspekte, die nicht in den Spezifikationen auftauchen. Zum Beispiel respektiere ich Arri sehr, weil sie eine ganze Zeit lang nicht den Sprung zu 4K gemacht haben und viele ihrer Kameras noch immer keinen echten 4K-Sensor haben. Aber das bedeutet ja nicht, dass sie keinen guten Sensor haben. Sie haben einen "ungewöhnlich großen lichtempfindlichen Bereich". Damit gibt es dann weniger Pixel, dafür die besten.

Wie wichtig ist die Ausrüstung?

Es heißt ja immer, dass "Ausrüstung keine Rolle spielt". Aber es heißt auch immer "professionelle Ausrüstung für professionelle Ergebnisse". Ich glaube, dass beides eingeschränkt zutrifft. Profi-Ausrüstung wird immer einen Vorsprung haben, aber wie man in meinem Vergleich sieht, ist der Unterschied in manchen Bereichen riesig, und in anderen gar nicht mal so groß.

Wer mit Consumer-Ausrüstung arbeitet, kann auf jeden Fall tolle Bilder machen, diese Geräte können heute wirklich viel. Ich teste gerade eine Knippse aus und bin überrascht, wie gut sie ist! Wenn man die Grenzen seiner Kamera versteht und innerhalb dieser Grenzen bleibt, kann jede Kamera gut aussehen.

Wie macht man mit einfachen Kameras gute Bilder?

Der wichtigste Tipp ist ganz klar: Man muss sich vor dem Dreh das Ergebnis so genau wie möglich vorstellen. Überleg dir, wie du es schneiden willst, welche Musik du unterlegen willst, welche Beleuchtung du willst usw. Je genauer man weiß, was man will, desto besser wird das Ergebnis.

Wenn es eine neue Kamera ist, sollte man einen ganzen Tag lang damit herumspielen und ihre Grenzen mit verschiedenen Einstellungen und Lichtsituationen ausloten. Wenn man das drauf hat, kann man mit der Umgebung spielen. Wenn ich zum Beispiel meine YouTube-Videos in meiner Wohnung aufnehme, warte ich bis 2 Uhr nachmittags, weil dann die Sonne durchs Fenster scheint und ich so kostenlose Beleuchtung bekomme. Außerdem hilft es, das den Dynamikumfang zu verstehen (siehe Video), um gleichmäßig ausgeleuchtete Bilder zu bekommen.

Und was immer hilft, ist ein hübscher Tripod, lol...

Kannst du ein paar Tipps geben, wie man mit Amateur-Ausrüstung Profibilder macht?

Gute Beleuchtung ist das Geheimnis. Wer keine eigenen Scheinwerfer hat, kann zum Beispiel mithilfe von Apps Sun Seeker herausfinden, wo und wann die Sonne genau scheinen wird. Damit sieht man zum Beispiel, durch welches Fenster Licht fallen wird, wann ein Bereich im Schatten liegt usw. Wenn ich draußen filme, versuche ich den Shoot immer am Morgen oder Spätnachmittag zu machen, weil dann das Sonnenlicht in einem interessanteren Winkel einfällt als einfach nur von oben am Mittag. Das macht die Sache für alle viel einfacher, die natürliches Licht bevorzugen.

Tripods und Stabilisatoren garantieren nicht nur, dass den Zuschauern nicht schlecht wird, sondern auch einen Hochqualitativen Look. Außerdem kann man damit die Kompressionsschwierigkeiten von schlechteren Codecs bei stark bewegtem Material ausgleichen. Es gibt zahllose Tripods und Stabilisatoren auf dem Markt, mit denen man qualitativ hochwertige Aufnahmen machen kann.

Was ich an Profikameras liebe, ist ihr eingebauter ND-Filter, mit dem man eine flachere Schärfentiefe sogar bei reichlich Licht herstellen kann. Wer so einen Filter noch nicht in seiner Kamera oder als Zubehör hat, sollte ihn sich auf die Wunschliste schreiben. Allerdings muss man sich die Bewertungen der Filter gut durchlesen: manche erzeugen eine Vignette.

Letztlich wird die Bedeutung des Tons oft unterschätzt. Durch tolle Ton können Videos auf unterbewusster Ebene besser aussehen. Andersherum kann schlechter Ton auch gute Bilder schlecht wirken lassen. Ein gutes Mikrofon oder Lavaliere macht viel aus!

Wer will, kann sich ja mein Video anschauen, wo ich für Anfänger die wichtigsten Kameraeinstellungen mit Bildbeispielen erkläre:

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