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Huawei Mate 10 und Mate 10 Pro vorgestellt

Versprochener Fokus auf Künstlicher Intelligenz
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Huawei hat sich vorbereitend auf die heutige Vorstellung der neuen Mate 10 Smartphones in den vergangenen Wochen werbetechnisch weit aus dem Fenster gelehnt und verspricht nicht weniger als die Zukunft der Künstlichen Intelligenz im Telefon. Möglich werden soll das durch den verbauten Prozessor, den Kirin 970. Das Mate 10 soll ein Smartphone sein, "das mitdenkt. Ein Smartphone, das sieht, denkt und lernt". Na dann.

Zunächst kurz zur Hardware des Mate 10 und des Mate 10 Pro selbst. Wer diesen und andere Tech-Blogs aufmerksam verfolgt hat in den vergangenen Tagen und Wochen, ist über das Design bereits bestens informiert. Huawei setzt bei beiden Modellen auf eine Rückseite aus Glas, die im Kamera-Bereich farblich abgesetzt ist und das einfallende Licht reflektiert.



Die verbauten Hardware-Komponenten unterscheiden sich jedoch in einigen Bereichen. Beim Mate 10 Pro setzt Huawei auf ein 6" großes OLED-Display im 18:9-Design mit einer vergleichsweise geringen Auflösung von 2.160 x 1.080 Pixeln. 6 GB RAM und 128 GB Speicher sind verbaut, auf einen microSD-Slot muss man beim Pro verzichten. Dafür liefert das LTE-Modem im Mate 10 Pro dank Cat. 18 theoretisch Download-Geschwindigkeiten von bis zu 1,28 GBps. Der Fingerabdrucksensor wurde auf der Rückseite des Smartphones platziert.

Beim regulären Mate 10 sitzt der integriert in den Homebutton unterhalb des Display. Der Bildschirm ist mit 5,9" praktisch genauso groß wie der des Pro, ist aber ein LCD-Panel mit deutlich höherer Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln und dem klassischen Seitenverhältnis von 16:9. Mit 4 GB RAM und 64 GB Speicher liegt die Ausstattung im soliden Mittel- bis Highend-Maß, dank microSD-Slot kann der Programmspeicher zudem erweitert werden.

Gallery: Hands-On: Huawei Mate 10 and 10 Pro | 24 Photos



Die geringere Auflösung des OLED-Displays im Mate 10 Pro begründet Huawei vornehmlich mit Stromspar-Gründen. In beiden Mate-Modellen ist eine 4.000 mAh starke Batterie verbaut. Die Akkus wurden vom TÜV Rheinland auf Herz und Nieren geprüft und können innerhalb von 30 Minuten von Null auf 58 Prozent aufgeladen werden. Als Betriebssystem kommt Android 8 zum Einsatz, natürlich mit der neuesten Version der Huawei-Skin EMUI.


Kameras
Beiden Mate-10-Modelle gemein ist die Dual-Kamera auf der Rückseite, die mit Leica zusammen konzipiert wurde. Der Farbsensor verfügt über 12 Megapixel, der Schwarzweißsensor über 20 Megapixel. Ein vertrautes Setup, wenn man die Entwicklung bei Huawei in den letzten Monaten verfolgt hat. Mit einer Blende von f/1.6 bei beiden Sensoren zieht Huawei beim Mate 10 jedoch mit LG und der Kamera im V30 gleich.

Die Kamera ist einer der Aspekte der neuen Telefone, bei dem die Künstliche Intelligenz ins Spiel kommt. Die App erkennt, die Objekte, die man fotografieren will, automatisch und passt die Einstellungen an, um das best mögliche Bild zu machen: ISO, Weißabgleich werden so in Echtzeit genauso angeglichen, wie die Belichtung. Nachdem der Auslöser gedrückt wurde, werden die Bilder weiter bearbeitet und optimiert. Das System kann aktuell 13 unterschiedliche Szenen erkennen und auseinanderhalten, zum Beispiel Lebensmittel, Landschaften, Hunde, Katzen, Menschen, Blumen, Sonnenuntergänge oder Schnee. Das Erkennen wird durch ein kleines Icon in der App quittiert und die Anpassungen schon im Sucher angezeigt.

Gallery: Huawei Mate 10 camera samples | 6 Photos



Natürlich will Huawei zukünftig immer mehr Objekte und Situationen via Software-Updates hinzufügen. Prozessiert werden diese Analysen und Berechnungen im Kirin 970, genauer in der "Neural Processing Unit" (NPU), einem Co-Prozessor, der sich ausschließlich um die Künstliche Intelligenz kümmert. Nur so ist es möglich, die Objekterkennung ohne Verzögerung zu bewerkstelligen. Der Hauptchip speichert das Bild und die Metadaten, die GPU besorgt das Rendering und die NPU den Rest.

Mit der vorderen 8-Megapixel-Kamera ist dieses Feature nicht möglich. Neu ist aber der Porträt-Modus, bei dem Huawei ebenfalls Künstliche Intelligenz nutzt, um Gesichter zu erkennen und den Hintergrund passend dazu unscharf zu machen.


KI auch für Entwickler
Der Kirin 970 soll auch die generelle Performance der Mate-10-Smartphones verbessern. Wenn bestimmte Apps regelmäßig geöffnet und verwendet werden, reserviert der SoC benötigte Systemkomponenten für eben jene Programme. Besonders interessant ist jedoch, dass Huawei die NPU auch App-Entwicklern zur Verfügung stellt. Die können zukünftig auf eine spezielle API zugreifen und bekommen so neben Googles TensorFlow Lite und Facebooks Caffe 2 AI eine weitere Option. Es muss also im Interesse von Huawei liegen, die NPU des Kirin 970 zukünftig in so vielen Telefonen wie möglich einzusetzen, um deren Nutzung für Drittanbieter auch wirklich attraktiv zu machen.

Das Mate 10 Pro soll in Deutschland ab November verfügbar sein und 799 Euro kosten. Das reguläre Mate 10 soll es nicht nach Deutschland schaffen, hierzulande wird später ein Lite-Modell folgen. Vom Pro gibt es außerdem wieder eine Porsche-Edition.

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