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Flattr 2.0 vorgestellt

Ein neuer Algorithmus für den Geldregen
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Die Idee war gut, ob Blogger und andere Internet-Tätige mit dem Bezahldienst Flattr allerdings wirklich Geld verdient haben, umstritten. Vielleicht erinnert ihr euch. Unter Postings konnte ein Knopf eingebunden werden, mit dem den Urhebern ein Mikrobetrag zugeschanzt werden konnte. Als User des Services konnte man einen monatlichen Betrag festlegen, den man pro Monat für interessante Inhalte ausgeben wollte, je nachdem, wie oft man den Knopf dann drückte, wurde das Geld aufgeteilt. Flattr, ursprünglich erdacht und konzipiert in Schweden, gehört seit geraumer Zeit zu eyeo, die auch AdBlocker Plus anbieten.

Mit Flattr 2.0 - gestern vorgestellt - wird das gesamte System umgekrempelt. Der Flattr-Button ist tot. Die Verteilung von Geldern für Inhalte wird zukünftig über eine Browser-Extension geregelt. Hat man die installiert, soll ein Algorithmus darüber entscheiden, wer wieviel Geld des monatlich hinterlegten Betrages erhält.

Auch wenn dieser Algorithm also faktisch das Surf-Verhalten trackt, verspricht Flattr den Schutz der Privatsphäre - je öfter man Webseiten besucht, desto mehr Geld wird in diese Richtung ausgeschüttet. Sind die Betreiber der vermeintlichen Lieblings-Seiten bei Flattr nicht registriert, wird das Geld geparkt.

Flattr nutzt den Relaunch auch dafür, von Euros auf US-Dollar umzusteigen, und zwar ausschließlich. Wer noch Euro in seine, Konto hat, muss diese abziehen - sie können fortan nicht mehr verwendet werden.

Mit der Nutzung eines Algorithmus, der expliziten Nennung von Video-Inhalten und dem Umschwung auf US-Dollar scheint auch die neue Ausrichtung von Flattr geklärt: Man will zu einer Alternative zu Patreon werden.

Flattr beansprucht außerdem ab sofort eine Kommission in Höhe von 7,5 Prozent aller monatlichen Auszahlungen. Dazu kommt eine eine einmalige Beteiligung von neun Prozent bei der ersten Überweisung. Damit das überarbeitete Konzept ein Erfolg wird, sind alle Beteiligten angehalten, die frohe Kunde zu verbreiten.

Aus europäischer Sicht wird Flattr mit dem Relaunch nicht wirklich attraktiver. Wer ein Dollar-Konto braucht oder zumindest brauchen kann, kommt damit vielleicht noch klar. Bei Mikrobeträgen aber auch noch mit Währungsschwankungen und Umrechnungskursen arbeiten zu müssen, macht eine realistische Einschätzung der zu erwartenden Erträge umso schwieriger.

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