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Hands-On: HTC U11 Life vorgestellt, solide Mittelklasse mit Android One

Garantierte Updates für zwei Jahre
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HTC hat das U11 Life vorgestellt, ein kompaktes Mittelklasse-Smartphone, das bereits in den kommenden Tagen für einen Preis ab 350 Euro in den deutschen Handel kommen wird. Es ist das erste Telefon von HTC, das mit Android One als Betriebssystem läuft. Auf alle Features der HTC-eigenen Software und Features muss man allerdings dennoch nicht verzichten.

Dass HTC an einem Smartphone mit Android One arbeitet, steht schon länger im Raum, auch einige Spezifikationen waren bereits durchgesickert. Was hat es nun mit dem U11 Life auf sich? Ich konnte mit das Telefon in der vergangenen Woche bereits genauer anschauen.

Android One ist Googles Initiative, der Fragmentierung des eigenen Betriebssystems irgendwie beizukommen und aktuelle Software auf so viele Geräten wie möglich bringen zu können, schnell und unproblematisch. Die Hardware-Partner – Xiaomi ist einer davon, in den USA beispielsweise auch Motorola mit dem Moto X4 – müssen dafür auf eigene Software verzichten, bzw. diese minimieren. So können Updates schneller entwickelt und zertifiziert werden. Im Falle von HTC und dem U11 Life bedeutet das: Die Oberfläche Sense, die man von anderen Geräten des Herstellers kennt, findet man hier nicht. Dafür ist Edge Sense aber mit an Bord. Der Rahmen des Smartphones lässt sich drücken – so können zahlreiche Features ausgelöst werden. Das U11 Life läuft mit Android Oreo.



Das U11 Life ist sogar das erste Telefon, das mit einer neuen Version von Edge Sense ausgeliefert wird. Neben den Standard-Aktionen – Öffnen der Kamera, Foto machen, die Diktierfunktion in SMS oder WhatsApp aktivieren – hat HTC für zahlreiche andere Apps spezielle Funktionen hinzugefügt. Eine Eigeninitiative, die deutlich effizienter ist, als Entwicklern eine API zu bauen, die dann doch nicht genutzt wird. In praktisch jeder App kann ein Einzel- und auch ein Doppelklick auf dem U11 Life Funktionen auslösen. Das Update wird auch für das U11 zur Verfügung stehen. Auf andere Features des U11 muss man hier jedoch verzichten – hier zeigen sich die Grenzen von Android One, bzw. dem, was Google akzeptiert. Das U11 Life hat keine Alexa-Integration und unterstützt auch kein AirPlay. Dafür garantieren HTC und Google die monatlichen Sicherheits-Updates für drei und Android-Updates für zwei Jahre.

Das Smartphone selbst erinnert vom Design her an andere aktuelle HTC-Telefone, es gibt jedoch Einschränkungen. Zwar schimmert die Rückseite ähnlich wie bei anderen Modellen, der Werkstoff ist aber Acrylglas, also Kunststoff. Wie sich der im Alltag schlägt, bleibt abzuwarten. Eine rote Variante ist nicht geplant, in Deutschland wird es die blaue und schwarze Version geben, in anderen Ländern soll auch ein weißes U11 Life angeboten werden.


Das U11 Life wiegt 142 Gramm und ist IP67-zertifiziert. Das Display misst 5,2" (1.080 x 1.920 p) und wird von Gorilla Glas geschützt. Als Prozessor kommt ein Snapdragon 630 zum Einsatz, der Akku hat eine Kapazität von 2.600 mAh und unterstützt Quick Charge 3.0. Geladen wird das U11 Life über USB Type-C, allerdings werden Daten nur im 2.0-Standard ausgetauscht. Dafür ist Bluetooth 5 mit an Bord, die maximale Download-Geschwindigkeit liegt bei 600 Mbit/s. Auf einen Kopfhörer-Ausgang verzichtet HTC, dafür sind die InEars mit aktiver Geräuschunterdrückung im Lieferumfang enthalten.

Beide Kameras lösen mit jeweils 16 Megapixel auf und haben eine Blende von f/2,0. Die Hauptkamera verfügt über einen Phasenautofokus (fällt vorne weg) und kann 4K-Videos (30 fps) aufnehmen. Die vordere Kamera nimmt 1080p-Filme auf. In Sachen Kamera-Software spendiert HTC viele Features, die man bereits vom U11 kennt, zum Beispiel HDR-Boost.


Das U11 Life kommt in zwei Ausstattungs-Varianten in den Handel: 3 GB RAM / 32 GB Speicher und 4 GB RAM / 64 GB Speicher, beide sind via microSD erweiterbar. Die Basisversion kostet 350 Euro und ist im Handel und online erhältlich. Wer mehr will, zahlt 380 Euro und muss auf der HTC-Webseite einkaufen.

Ob Google mit Android One mittelfristig Schwung in die immer noch lahmende Update-Politik der OEMs wird bringen können, bleibt abzuwarten. Doch viele Hersteller bedenken bei der Software-Pflege immer noch fast ausschließlich das hochpreisige Segment, und selbst dort dauert es oft viel zu lange, bis die Updates zur Verfügung stehen. Android One als Konzept könnte hier etwas bewegen. Erschwingliche(re) Hardware mit Sicherheitsgarantie. Dass HTC mit dem U11 Life hier in Vorleistung geht auf dem westeuropäischen Markt, ist ein gutes Zeichen. Gleichzeitig kann man schon heute das Mi A1 von Xiaomi für deutlich weniger Geld problemlos beschaffen.

Gallery: HTC U11 Life (Pressebilder) | 10 Photos

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