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OnePlus 5T Review

Speedmonster zum Killerpreis
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Es gibt zwei Sichtweisen auf das OnePlus 5T. Die erste ist: es hat sich nicht viel im Vergleich zum OnePlus 5 verändert. Die zweite: das ist das Flagschiff-Schnäppchen des Jahres. Dass die Meinungen so so auseinandergehen können ist vielleicht ein Zeichen der Zeit. Denn was Smartphones betrifft, erleben wir gerade einen riesigen Umschwung.

Schon nach ein paar Tagen mit dem OnePlus 5T neigen wir jedenfalls zur zweiten, denn das OnePlus 5T steigt mit einem Preis von 499 € (bzw. 559 € für die 8/128GB-Version) schon im Preis da ein, wo andere, ähnlich ausgestattete erst nach einem halben Jahr im Superschnäppchen ankommen.

Das ist Politik bei OnePlus. Nicht erst mehr verlangen, um die Margen für die Fans hochzutreiben, die ein neues OnePlus sofort haben müssen, sondern hart aber real auf die Gesamtzeit zu kalkulieren, in der ein Smartphone begehrenswert sein kann.

Aber auch völlig vom Schnäppchenpreis abgesehen ist das OnePlus 5T eine Punktlandung. Und in vielen Dingen einfach unschlagbar. Eine mehr als verlockende Mischung aus Geschwindigkeit und Eleganz.

Gallery: OnePlus 5T | 11 Photos



Schneller Einstieg

Das erste was einem bei der Einrichtung schon auffällt, ist die Gesichtserkennung. Nach dem iPhone X irgendwie ein Muß, aber erstaunlich genug, dass OnePlus das so schnell hat liefern können, ohne zu patzen. Auffällig daran ist aber vor allem, dass man nach der Einrichtung das Gefühl hat, es gibt sie gar nicht. Man drückt auf den An-Knopf und schon ist das OnePlus 5T unlocked. Das geht viel zu schnell. Da wird man skeptisch. Selbst das iPhone X ist da langsamer. Man probiert rum, wendet das Gesicht ab, hält ihm einen Ausdruck oder ein Video vor, aber nein, ohne Gesicht läuft da nichts. Klar, hier wird nicht Infrarot gescannt, ein Extra-Chip bemüht, möglicherweise ist das nicht so sicher wie beim iPhone X, wo es auch nicht so supersicher zu sein scheint, aber es ist irre bequem und es funktioniert eben nahezu ohne dass man es merkt. Auch fast immer. Natürlich nicht im Dunkeln, aber selbst bei schwachem Licht ist man häufig verblüfft, dass die Frontkamera das eigene Gesicht noch erkennen kann. Und wenn nicht, hat man den Finger schneller am Fingerabdrucksensor als man gucken kann. Für alle die keine Sorge um biometrische Sicherheit haben ist das perfekt gelöst.



Noch schneller: Dash-Charge

Und dann kommt die zweite Geschwindigkeits-Überraschung gleich hinterher. Man steckt es kurz ans Kabel zum Aufladen und hat in einer Viertelstunde schon locker mehr als ein Viertel der Batterie aufgefüllt. Nicht mal eine Stunde, dann ist es ganz voll. Besonders warm wird es dabei auch nicht. Der zweite Speed-Punkt der Bequemlichkeit über alles stellt und durchblicken läßt, das Leben mit dem OnePlus 5T wird ganz schön angenehm.

Am schnellsten: Benchmarks

Verlockt von diesen beiden ersten Geschwindigkeits-Eindrücken lässt man dann alle Benchmarks, die einem so einfallen, durch das Smartphone rauschen und - huch - es schlägt nahezu alle, in fast jeder Kategorie. Gut, das fühlte sich schon sehr flüssig an, die Animationen waren schnell und angenehm, aber das hätten wir dann doch nicht erwartet, schließlich basiert das OnePlus 5T auf dem gleichen Prozessor, den eigentlich alle Flagschiffe der ersten Garde dieser Tage haben. Ein Snapdragon 835. OxygenOS scheint hier wirklich die Optimierungen ausgereizt zu haben. Bis ins Letzte. Es ist also nahezu egal mit welcher App man das OnePlus 5T konfrontiert, es wird immer so schnell sein, wie es geht.



Software

Apropos. Ich mag mein Android am liebsten komplett ohne Bloatware und so nah an Stock-Android wie möglich. Ich mag meinen Nova Launcher aber auch lieber als z.B. den Pixel Launcher. Aber beim OnePlus 5T stimmt auf der Softwareseite irgendwie fast alles. Der Launcher ist ästhetisch ansprechend, es gibt nur eine minimale Grundausstattung von Apps, wie bei den meisten Chinasmartphones dieser Tage, aber dafür eine gut sortierte Menge an Tools im System, die Android genau den einen Hauch besser machen, ohne es zu überfrachten.

Die On-Screen-Navigation lässt sich frei mit diversesten Aktionen belegen. Jede der drei Tasten hat neben den üblichen Funktionen auch noch optional zwei weitere Möglichkeiten durch Doppel-Tap oder Longpress. Vertauschen und Ausblenden lassen sich die Tasten auch noch. Und auch der Fingerabdrucksensor lässt sich nebenher noch zum Aufklappen der Notifications nutzen, oder mit Longpress für Fotos in der Kamera, was speziell bei Selfies oder Hochkantbildern total Sinn macht. Dann gibt es noch diverse Gesten für einen Dreifinger-Screenshot, Umdrehen des Telefons um Anrufe abzulehnen, Musikkontrolle mit zwei Fingern auf dem schlafenden Bildschirm oder auch Buchstaben-Malen für das Aufrufen von Apps. Ebenso flexibel sind die Einstellungsmöglichkeiten für die Statusbar. Ich vermute, die gute Diskussionskultur mit der Community zahlt sich hier voll aus.

Ein weiteres Feature, dass man gerne mitnimmt, ist die Möglichkeit von jeder Social-Media- oder Chat-App eine zweite Instanz einzurichten. Perfekt für all jene, die ihr Berufsleben und ihr persönliches nicht mühsam durch Login-Logout-Kaskaden trennen wollen. Auch gut, die Möglichkeit diverse Games automatisch in einem Status zu starten, der Notifications nicht dann nervig einblendet, wenn man sie gar nicht gebrauchen kann. Unauffällig aber auch das enorm praktisch.

Das Einzige, was ich nicht verstehe, ist die Idee einen Hardware-Button für Do-not-disturb einzubauen. Das erklärt sich vielleicht aus der OnePlus-Geschichte, für mich ist Software da aber praktischer. Als jemand, der sein Telefon weniger zum Telefonieren nutzt, finde ich auch die Lautstärke-Regler links und den An-Ausschalter rechts etwas merkwürdig positioniert, aber das ist wohl eher eine Gewöhnungsfrage.


(OnePlus 5T im Reading-Modus)

Display

Zurück zur Fluffigkeit von OxygenOS. Zentrales Argument für das OnePlus 5T ist ja das wunderschöne 18:9 Display. Ganz abgesehen von der Qualität, auf die wir noch zu sprechen kommen, versteht es sich auf Tricks, die andere Smartphones selten drauf haben. Bei der Kalibrierung des Bildschirms werden keine Wünsche offen gelassen. Grundeinstellung, sRGB, DCI-P3, Adaptiver Modus oder eigene Einstellungen. Was will man mehr? Und es gibt nicht nur einen Nachtmodus (Blaulichtfilter), der sich beliebig stark einstellen und natürlich automatisieren lässt, sondern zusätzlich auch noch einen "Reading Modus". Dabei wird der Bildschirm kontrastreich und unter Berücksichtigung der Lichtverhältnisse auf Schwarzweiss gestellt und man kann ihm sogar spezielle Apps zuweisen, die beim Starten automatisch mit einem sanften Überblenden in diesem Modus starten. E-Book Reader z.B. Für Farbfeinde (oder resolute Stromsparer) lässt sich dieser Modus aber auch für alles anschalten. Und es ist überraschend, wie ästhetisch ein Schwarz-Weiß-Bildschirm sein kann. Das Display zeigt übrigens auch (wenn man will) Notifications auf dem schlafenden Telefon. Always-On also. Und hübsch anzusehen ist das obendrein.

Das Full Optic AMOLED ist mit seinen 6,01-Zoll perfekt ins Metallgehäuse eingelassen und nimmt große Teile der Frontseite ein. Die Rundungen (statt Ecken) sind sehr klein, so dass sie nicht zu übertrieben wirken. Einen Displayschutz liefert OnePlus gleich auf dem Screen mit (puh, kein lästiges Fusseln). Zwar ist es "nur" eine Auflösung von 1080 x 2160, aber ehrlich gesagt, es ist auch so ein brillantes Display mit sehr tiefen Farben. Auf VR muss man so allerdings verzichten. Lichtstark ist es obendrein und bei starker Sonneneinstrahlung geht es unmerklich noch in einen besonders kontrastreichen Modus über, der das Display in jeder Lebenslage perfekt lesbar macht. Das Design des OnePlus 5T ist irgendwie klassisch. Trotz 6-Zoll (wir nannten es mal Phablet) liegt es gut in der Hand und wirkt dank 18:9 auch nicht übergroß. Die flexible Software macht es doch mit einer Hand gut bedienbar und falls einem die metallene Rückseite zu rutschig ist, sie liefern gleich einen schlanken transparenten TPU-Bumper mit. Dann steht die Kamera auch nicht mehr so weit raus. Ein hübsches, wenn auch unauffällig elegant schwarzes Smartphone, das immer eine gute Figur macht.




Design

Überhaupt. Auch OxygenOS sieht vor allem elegant aus. Und es ist rasant schnell und nützlich. Links gibt es ein sogenanntes "Shelf" wo man scrollbare Widgets unterbringen kann, Longpress gibt bei den Apps die Kontextmenus, Splitscreen-App-Funktionalität ist dank der Möglichkeit das auf die On-Screen-Buttons legen zu können auch weitaus weniger fusselig als bei manch anderen Android-Smartphones. Irgendwo hatte ich gelesen, das ist so schnell, die haben doch bestimmt die Animationen heimlich beschleunigt. Nein, haben sie nicht. Mache ich nämlich auf jedem Android immer im Developer-Modus selbst. Auch wenn es hier fast nicht (für mich) notwendig gewesen wäre. Würde ich ein OnePlus 5T mein eigen nennen, ich würde mich in der Tat schwer tun, den Launcher zu wechseln, auch wenn ich das sonst immer mache, denn irgendwie überzeugt er mich durch seine Leichtigkeit und Nähe zum klassischen Android.

Sounds

Und ich mag auch das Sounddesign. Jede Aktion hat so dezent leise Clicks, die nicht nerven, sondern dem OnePlus 5T eine unterschwellige Lebendigkeit vermitteln. Der Lautsprecher selbst ist gut, auch recht laut, ohne zu zerren und bildet das Frequenzspektrum angenehm ausgewogen ab, für einen Lautsprecher dieser Größe, von dem man natürlich keine großartigen Bässe erwarten kann. Über den Kopfhöreranschluss zeigt sich, dass sie auch hier nichts dem Zufall überlassen haben. Sehr prägnanter klarer Sound in allen Frequenzbereichen. Dirac HD Sound sagen sie, wir vermissen da nichts. Und auch die Lautstärke ist überdurchschnittlich.


(Pro-Modus der Kamera)

Kameras

Auch bei der Kamera merkt man deutlich, dass man es bei OnePlus wirklich mit Softwareprofis zu tun hat. Es ist einfach auf alle üblichen Einstellungen zuzugreifen, aber auch die verschiedenen Modi sind leicht zu erreichen. Was es gibt: Video, Foto, Portrait, Slow Motion, Panorama, Time-Lapse und ein Pro-Modus. Letzterer zeigt nicht nur aktuelle ISO und Auslösegeschwindigkeit immer gut an, sondern hat obendrein ein Messkreuz für die perfekte Waagerechte und herausfahrbare Slider zur gewünschten stufenlosen Einstellung von Weißabgleich, ISO, Auslösegeschwindigkeit, Helligkeit und Fokus. Obendrein lassen sich Lieblingseinstellungen sogar noch in zwei Presets speichern. Portrait ist für mehr Bokeh und funktioniert logischerweise nur bei der Dualkamera vorne.

Auslösegeschwindigkeit und Fokus sind so rasant schnell, dass man die Kamera selten mal beim Fokussieren ertappt. Immer verfügbar ist auch ein Zoom, der allerdings digital ist. 8-fach mit den zu erwartenden Verlusten. Während das OnePlus 5 noch eine Zoomkamera im Dual-Setup hatte, wird hier auf eine besonders Pixelstarke gesetzt. 16 und 20 Megapixel sind es. Beide mit einer sehr lichtstarken f/1.7 Blende und verhältnismäßig großen Pixeln. Die 16 Megapixel-Kamera ist ein IMX398 Sensor von Sony, der auch schon im OnePlus5 steckte und ansonsten bislang nur von Oppo genutzt wird. Manche mögen vielleicht den optischen Zoom vermissen, aber die eh schon lichtstarken 20 Megapixel der Zweitkamera holen im Dunkeln noch mal zusätzlich mehr raus, weil sie 4 Pixel zu einem zusammenfassen können. In extremen Lichtverhältnissen, bei denen selbst mein Google Pixel XL verwischt, holt das OnePlus 5T so noch sehr gute Details aus der Nacht.

Wir wissen alle, Megapixel sagen noch gar nichts, wenn die Software daraus nichts machen kann, aber man darf hier beruhigt sein. Das OnePlus 5T ist eigentlich in jeder Lage extrem gut ausgerüstet. Schnappschüsse wirken immer und gelingen auf Anhieb. Und wer mehr will, dem wird auch das mit den vielen gut zugänglichen Funktionen der Kamera leicht gemacht. Fast amüsant finden wir, dass die Kamera einen zwischen 1:1, 4:3 und 18:9 (nicht aber 18:6) wählen lässt. Bei letzterem gehen natürlich noch etwas mehr Details verloren, aber wichtiger erscheint mir, dass wir uns wohl daran gewöhnen müssen, dass auch hier eine Bildformat-Änderung Standart wird.

Gallery: OnePlus 5T Samplebilder | 68 Photos


(Link zu den Originalbildern in voller Auflösung)

Doch kommen wir direkt mal zu den Haupt-Qualitäten der Kamera. Aufnahmen im Dunkeln. Sofern man in der Stadt überhaupt wirklich Dunkel findet. Erster Eindruck: das OnePlus 5T verhält sich im Dunkeln fast so, als wollte es ein vorlautes Nachtsichtgerät sein. Selbst bei Bildern mit pechgrauschwarzem Himmel möchte es seine 20-Megapixel-Zweitkamera so weit ausfahren, dass man das Gefühl bekommt, sie wären bestenfalls in der Dämmerung geschossen. So praktisch das sein mag, wirkt es etwas übertrieben und man möchte instinktiv die Helligkeit runterregeln. Dies ist aber auch kein Problem, denn neben dem Fokuspunkt ist auch hier immer ein Helligkeitsregler. Ehrlich gesagt, man hat ein wenig Angst, dass das OnePlus 5T die Helligkeit zugunsten eines stärkeren Bildrauschens betont. Prüft man es nach, ist dem aber nicht wirklich so, die Kameras sind einfach wirklich sehr lichtstark.

Für eine Smartphonekamera ist diese Ausbeute an Licht massiv. Wir hatten zum direkten Vergleich ein Google Pixel XL (letztes Jahr noch Smartphone-König) und müssen sagen, es hatte keine Chance. Das OnePlus 5T hat weit mehr Details, weit weniger Rauschen und viel mehr Schärfe. Uns würde nicht wundern, wenn es in diesem Bereich trotz starker Konkurrenz zum neuen Spitzenreiter gekürt würde. Es gibt einfach kaum Lichtverhältnisse mit denen das OnePlus 5T nicht klar kommt. Ja, es lässt Nachtbilder im Automodus etwas zu hell wirken. Viele dürften das jedoch als Wow-Effekt verbuchen.

Straßenszenen bei Nacht bekommen jedenfalls schnell eine cineastische Qualität mit ihrer fast haptischen Schärfe und den sehr ausgeprägten Kontrasten sowie der überragenden Bildtiefe. Gib dem OnePlus 5T irgendeine noch so funzelige Lichtquelle, man kann sicher sein, dass es etwas damit anfangen kann.



Und das ist natürlich auch so, wenn es ins klassische Kunstlicht geht (das immer Häufiger LEDs sind). Die betrachtet die Kamera schon wie Tageslicht und holt eine sehr beeindruckende Schärfe aus den Bildern raus. Unsere endlosen Spiegelungen in den weihnachtlichen Tannenbaumkugeln zu suchen, wurde jedenfalls ein echtes Wirrbild. Farblich bleibt die Kamera dabei gut ausgewogen und bewahrt die Farben, wird aber dennoch sehr prägnant. Auch das Spiel mit der Tiefenschärfe ist beeindruckend, speziell, weil man im Pro-Modus einen manuellen Regler für die Schärfeeinstellung bekommt. Da gerät nichts außer Fokus, was man nicht will und das gleiche Motiv bekommt so leicht die verschiedensten gewünschten Charakteristiken. Natürlich kann man auch den Portrait-Modus bei den Frontkameras für diesen Effekt automatisch nutzen und eure Models werden es euch danken.

Selbst mitten in der farbig anspruchsvoll unterkühlten Wintertristesse wirken die Bilder durch ihre starke Schärfe und realistischen Farben sehr gut. Der Zoom geht natürlich auf die Bildqualität, weil ihm keine extra Linse zur Verfügung steht, aber bei den Nachtqualitäten verzichte ich gerne darauf, zumal im Notfall auch die 8-fach Digitalzooms wegen der massiven Pixel noch irgendwie brauchbar bleiben.


(8-fach Zoom Beispiel)

Farblich ist die Kamera des OnePlus 5T eine gute Mischung aus Präzision und Leuchtkraft. Die Bilder wirken gegenüber manch anderen Kameras manchmal etwas kühl, aber das mag auch am Winterlicht liegen. Und wer die Tönung wärmer möchte, ist mit dem Pro-Modus im stufenlosen Weißabgleich schnell genau bei der Wärme oder Kälte, die er haben möchte.

Die Videoqualität bei 4K ist recht flüssig und die Kamera schafft es auch bei Bewegung schnell zu fokussieren, allerdings fehlt einem hier doch manchmal die optische Bildstabilisierung und von den überragenden Qualitäten der Fotos sind die Videos einiges entfernt, speziell im Dunkeln. Wir würden empfehlen immer in 1080p mit 60fps aufzunehmen, das stabilisiert die ungeschickten Bewegungen, die man selbst haben mag, etwas besser. Die elektronische Bildstabiliserung wirkt hier manchmal etwas übertrieben und ruckelig, wir könnten uns vorstellen, dass OnePlus dies vielleicht noch softwareseitig ausgleicht. Ausschalten lässt sie sich jedenfalls nicht. Dank der vielen Mikrophone im OnePlus 5T (so vermuten wir) ist die Audioqualität bei Videos allerdings wirklich herausragend. Gerade in den Höhen ist das brillant und man hat bei den Ergebnissen nicht das Gefühl, das hier mit einem Smartphone geschossen wurde. Als zusätzliche Kameramodi gibt es einen Slowmotion-Modus (in 720p) und Timelapse. Speziell die Glätte der Slowmotion-Videos lässt uns übrigens auch vermuten, dass die Videoqualitäten durchaus noch optimiert werden könnten.

Wir hatten die Selfie-Kamera noch nicht erwähnt, was auch daran liegt, dass wir darauf persönlich nicht so viel Wert legen. Ein minimaler Widerstand muss sein! Mit 16 Megapixeln und f/2.0 ist auch sie absolut auf der Höhe der Zeit. Sehr klare scharfe Bilder, ein kleiner Regler für die Gesichtsglättung ist für Bonus-Beauty schnell erreicht und es gibt zusätzlich einen Modus für Timelapse-Selfie-Videos, falls man albern werden will. Sicherlich nicht die exponierteste Selfiekamera, wie es sie in manchen Smartphones dieser Tage gibt, aber absolut brauchbar.

Wenn es um Konnektivität geht, stimmt beim OnePlus 5T alles. Universelle Netzabdeckung, gute klare Empfangsqualität, LTE CAT 12 im Download (bis 600Mbps), CAT 13 im Upload (bis 150Mbps), rasantes GPS (sowie GLONASS, BeiDou, Galileo), NFC, Bluetooth 5.0, WiFi 802.11 a/b/g/n/ac mit Mimo2*2. Da bleiben kaum Wünsche offen.


(Haus gegen Nachthimmel in der Defaulteinstellung)

Wir hatten zum Test ein OnePlus 5T mit 8GB RAM und 128GB Speicher. Da dies nur schlappe 60 Euro mehr kostet als die 6GB RAM, 64GB Speicher Version würden wir die auch jedem empfehlen, obwohl wir kaum glauben, dass man selbst 6GB RAM jemals wirklich ausreizen wird. Allerdings wird man die Kamera ständig nutzen wollen und da ist die doppelte Menge an Speicher immer gut, da kein microSD-Slot vorhanden ist, sondern ein Dual nano-SIM. Die Batterie ist mit 3.300mAh locker angemessen für einen Tag und da die Aufladung so irre schnell geht, spielt das hier auch keine große Rolle.

Im zugegeben recht großen Raum der Snapdragon 835 Flagschiffe des Jahres bekommt das OnePlus 5T jedenfalls einen Ehrenplatz, nicht nur weil uns noch kein schnelleres Android untergekommen ist, vielleicht auch bis zum nächsten Snapdragon-Prozessor nicht wird, sondern auch weil es mit seinem Einstiegspreis von 499 Euro gerade im 18:9 Sektor fast alle schlägt und dabei speziell für Fotos in schlechteren Lichtverhältnissen eine ungeheure Qualität bietet.

Während es nicht selten in diesem hart umkämpften Feld der Smartphone-Flaggschiffe eine Nase vorn hat, ist der einzige Schwachpunkt den wir sehen würden, die Videostabilisierung. Wir könnten uns aber dennoch gut vorstellen, dass OnePlus mit dem OnePlus 5T vom bisherigen Geheimtip-Status für Kenner in den Mainstream durchbrechen wird, zumal auch die Bestellung auf der OnePlus-Webseite mittlerweile eine völlig unkomplizierte Verfügbarkeit ermöglicht. Auf dem Papier mag das OnePlus 5T gegenüber dem OnePlus 5 nur ein kleiner Schritt sein, in der Realität aber ist es ein Quantensprung.

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