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StreamOn: Bundesnetzagentur beschließt Änderungen, Telekom will klagen

Videodrossel ist Verstoß gegen Netzneutralität
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Die Bundesnetzagentur hat den StreamOn-Dienst der Telekom geprüft und sofortige Nachbesserungen des Angebots verordnet. Bei der Telekom ist man davon nicht begeistert und behält sich rechtliche Schritte vor. Sonst könne man die Durchleitung von Audio- und Videoangeboten ohne Anrechnung auf das gebuchte Datenvolumen nicht länger kostenlos anbieten.

Die Bundesnetzagentur fordert einerseits, dass StreamOn nicht nur im deutschen Heimnetz, sondern auch im EU-Ausland als Teil der Roaming-Vereinbarung. Ein nachvollziehbarer und wichtiger Hinweis, dem man bei Telekom jedoch nicht folgen will, bzw. – so die Argumentation – aus wirtschaftlichen Gründen gar nicht folgen kann. Dieser Schritt würde das Ende von StreamOn als kostenlose Option bedeuten. Bei der Telekom führt man aus:

Wir sind überzeugt, dass die EU-Roaming-Verordnung auch nationale Tarife erlaubt, und dass StreamOn als kostenloser Zusatzvertrag in Deutschland nicht EU-weit angeboten werden muss.


Der zweite Punkt betrifft die Video-Qualität, die die Telekom ihren StreamOn-Kunden anbietet. Zur Erinnerung: Die Telekom räumt den gestreamten Videos nur eine geringe Bandbreite ein. Der Anbieter nennt das "DVD-Qualität", HD wird nur für MagentaEins-Kunden bereitgestellt. Ein Verstoß gegen die Netzneutralität, argumentiert die Bundesnetzagentur, die diese Drosselung nun untersagt hat. Bei diesem Punkt kann sich die Telekom nicht auf rechtliche Vereinbarungen berufen und gibt lapidar bekannt:

Die Übertragung in DVD-Qualität ist für die Darstellung auf mobilen Endgeräten jedoch absolut ausreichend.

Mehr als 700.000 Kunden und 150 Partner
Die nun geforderten Nachbesserungen, so argumentiert die Telekom weiter, seien von den mittlerweile über 700.000 Kunden bislang nie als Problem identifiziert worden. Auch die mehr als 150 Content-Partner seien sehr zufrieden. Gegen die Entscheidung der Bundesnetzagentur wolle man nun Berufung einlegen.

Ein Blick auf den Artikel im Telekom-Blog lohnt – die Argumentation ist aus Unternehmenssicht clever ("Wir kämpfen für unsere Kunden"), lässt aber zahlreiche Bereiche außer acht, mit denen man sich früher oder später auseinandersetzen wird müssen.

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