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Was wir von Profi-Rennfahrern lernen können

ANZEIGE: Dieser Schutzhelm überwacht und analysiert unsere Gehirnaktivität
Ford
12.23.17
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Ein Schutzhelm, der zur Überwachung der mentalen Energie und Konzentration entwickelt wurde, ist Dreh- und Angelpunkt einer beeindruckenden Studie, die die mentale Stärke des Menschen in den Mittelpunkt der Leistungsforschung stellt.

Vor einem Monat haben wir euch die Forschungen vorgestellt, die Ford Performance gemeinsam mit dem King's College London und dessen Technologiepartner UNIT9 durchgeführt hat. Im Fokus des Experiments standen unterschiedliche Arten des mentalen Trainings – zum Beispiel Atemübungen und Visualisierungstechniken – und deren positive Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit des Gehirns. Können Meditations- und Konzentrationsübungen, die Rennfahrer und Profisportler bereits einsetzen, auch im Alltag helfen?

Der smarte Helm
Dafür wurden zunächst die Hirnströme von Profirennfahrern und einer Kontrollgruppe von „normalen" Fahrern gemessen und die Ergebnisse miteinander verglichen. Ingenieure und Produktdesigner arbeiteten gemeinsam daran, einen von der FIA (der Fédération Internationale de l'Automobile) zugelassenen Standardhelm so zu modifizieren, dass ein EEG-Headset (EEG = Elektroenzephalografie) darin Platz findet – ein Gerät, das die elektrische Aktivitäten des Gehirns auslesen kann. So konnte schließlich das Konzentrationsniveau von Fahrern in Aktion aufgezeichnet und wichtige Erkenntnisse zum Maß der geistigen Beanspruchung der Piloten beim Fahren gewonnen werden.

Im Rahmen von Fords Studie „The Psychology of Performance" (dt. „Die Psychologie der Leistungsentfaltung") trugen Rennfahrer wie der Tourenwagen-Weltmeister Andy Priaulx und Rallye-Weltmeister Sébastien Ogier den smarten Helm. Dr. Elias Mouchlianitis vom Institut für Psychiatrie, Psychologie und Neurowissenschaften des King's College London und Yates Buckley, technischer Direktor bei UNIT9, leiteten das Team bei der Datenerfassung, der Überwachung der Gehirnströme der Fahrer und der Messung ihrer Konzentration und Reaktionszeiten bei der Bewältigung einer Reihe virtueller Fahraufgaben.

„Mithilfe der EEG konnten wir eine mentale Karte der Strecke erstellen und den Betrag an geistiger Energie messen, die der Fahrer der Aufgabe widmet", erklärt Buckley. „Dank dieses innovativen Ansatzes können wir nun mit einer ganzen Reihe neuer Kennzahlen zu arbeiten."

Mentale Trainingstechniken werden in der Sportpsychologie schon seit langem eingesetzt, um Profis dabei zu helfen, an der Spitze ihrer Leistungsfähigkeit zu bleiben. Die Studie schloss jedoch auch die Öffentlichkeit mit ein, um herauszufinden, ob sich beim Einsatz derselben Atem- und Visualisierungstechniken die Leistungen eines Durchschnittsmenschen ebenfalls verbessern würden.

„Das Experiment ist eigentlich ziemlich ungewöhnlich, da wir mit professionellen Fahrer aus dem Rennsport arbeiten konnten, eine Gruppe von Menschen, zu der Forscher nur selten Zugang haben, sowie eine Kontrollgruppe von normalen Fahrern", erklärt die Sportpsychologin Dr. Rita de Oliveira. „Mentales Training kann die neuronalen Verbindungen stärken, die beim Fahren verwendet werden. So ergeben sich interessante Anwendungen für den Alltag. Das ist jedoch noch ein neuer Bereich, von dem wir nicht viel wissen."

Ergebnisse
Schnell kristallisierte sich heraus, dass die Rennfahrer immer „voll da" sind, sich also, wie man im Sport sagt, „in der Zone" befinden. Nachdem sie sich ihre mentale Stärke so sehr antrainiert haben, sind sie hinter dem Steuer außerordentlich konzentriert. Im Rahmen der Studie waren sie bis zu 40 Prozent besser als der Durchschnitt, wenn es darum ging, Ablenkungen auszublenden.

Das ist nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, wie viel Training und Disziplin nötig sind, um an der Spitze zu stehen, wie Priaulx und Ogier aus erster Hand erfahren haben. Umso erstaunlicher waren die Ergebnisse der anderen Teilnehmer. Der Effekt des mentalen Trainings war nicht nur messbar, sondern stellte sich auch sehr schnell ein. Beiden Gruppen, die die Atemmeditations- und Visualisierungstechniken angewendet hatten, verbesserten sich deutlich, und zwar um bis zu 50 Prozent, und sie zeigten eine geistige Reaktionsfähigkeit, die der eines Profipiloten sehr ähnlich waren.



Die Zukunft des Smart-Helms von Ford könnte darin bestehen, dass sich der Prototyp zu einem Rennhelm mit EEG-Ausstattung entwickelt. Theoretisch könnte die Gehirnaktivität der Piloten während eines Rennens zusammen mit anderen Telemetriedaten des Fahrzeugs an das Team übertragen werden. Das würde im Rennsport ganz neue Möglichkeiten eröffnen: die gleichzeitige wissenschaftliche Analyse mentaler Konditionierung und die Überwachung der physischen Körperkonditionierung durch einen Physiotherapeuten.

Spannend und vielversprechend sind auch die Implikationen für die Menschen, die keine Profifahrer sind. Dazu Priaulx: „Unser Experiment hat gezeigt, dass einfaches mentales Training vor einer Aufgabe jedem helfen kann, seine Konzentration zu verbessern und Ablenkungen auszublenden und so bei der Arbeit erfolgreicher zu sein."

In einer Welt, in der wir ständig mit Informationen bombardiert und von Technologien abgelenkt werden, wird die Fähigkeit, sich routinemäßig auf die jeweils anstehende Aufgabe zu konzentrieren und auf hohem Niveau zu arbeiten, immer wichtiger.

Ob es sich um eine große Präsentation, ein Vorstellungsgespräch oder einfach nur darum handelt, mit der Hektik unserer vernetzten Welt fertig zu werden: Mentale Trainingstechniken können für uns alle von Vorteil sein. Die Ford-Studie ist dabei nur der Anfang unserer Erforschung dieses faszinierenden neuen Horizonts.

Weitere Informationen zu Ford und seinen Produkten und Dienstleistungen findet ihr unter www.corporate.ford.com.

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