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Kryptoblase: Hacker stahlen 10 Prozent aller ICO-Einnahmen

Her mit den Regulationen, sonst kracht's!
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Ein neuer Bericht von Ernst & Young beschreibt, wie groß das Sicherheitsproblem der Kryptowährungen ist: Die Forscher trugen Daten zu 372 so genannten Initial Coin Offerings (ICO)* zwischen 2015 und 2017 zusammen. Demnach wurden über zehn Prozent aller ICO-Einnahmen durch Hacker gestohlen, das entspricht rund 1,5 Millionen Dollar pro Monat. Aber nicht nur Werte werden so gestohlen, sondern auch Zugang zu persönlichen Informationen, Adressen, Telefonnummern, Bankdaten und Kreditkartennummern.

Das Problem ist systemisch: Mit ICOs machen Firmen, die mit Kryptowährungen arbeiten wollen, Crowdfunding und umgehen damit die Regulierungen, mit denen Anleger vor Abzockerei durch und Unfähigkeit der Firmen geschützt werden sollen. Dadurch sind die kapitalsuchenden Firmen aber auch nicht gezwungen, besondere Schutzmechanismen um ihre Werte herum zu errichten. Das macht sie zu so einfachen Zielen für Hacker, Trickser und Betrüger.

Laut Ernst & Young ist Phishing die beliebteste Methode der Hacker. "Hacker werden angezogen von dem Rausch, der Abwesenheit einer zentralen Autorität, der Unumkehrbarkeit der Blockchain-Transaktionen und dem Informationschaos", schreiben sie in der Studie. Die Häufigkeit der Hackerangriffe steige.

Weiter schreiben die Studienautoren, dass die Kryptowelt nicht nur von schlechter Sicherheit geplagt ist, sondern auch von der fehlenden Regulierung und den schlechten Standards der ICO-Bewertungen. Statt ICO-Tokens (entspricht den Kupons der Aktien) anhand Vorhersagen der Projektentwicklung oder der Natur der Tokens zu bewerten, würden meist nur Hype oder Verpassangst den Wert bestimmen.

Aber die Hype-Zeit könnte eh bald vorbei sein. Immer weniger ICO-Projekte erreichen überhaupt ihr Finanzierungsziel. Im Juni 2017 waren es noch 97 Prozent, im November nur mehr 23 Prozent. Und immer mehr Länder planen eine Regulation des Kryptobereichs oder setzen bereits Regelierungen um. China und Südkorea haben das Spielen mit Krypto-Währungen und -Derivaten bereits verboten, die USA, Japan, Kanada und Australien regulieren nun ICOs nach bestehenden Gesetzen und die europäischen Regulationsbehörden warnen Anleger auch schon vor ICOs und weisen ICO-Anbieter darauf hin, die Regeln einzuhalten.

In ihrem Bericht schlagen Ernst & Young vor, dass Gründer, Investoren und Regulatoren transparenter und sorgfältiger sein und besser zusammenarbeiten müssen, um diese Währungen besser zu regulieren. "Sobald neue Standards in Kraft sind, an die sich alle Teilnehmer halten - womit bessere Transparenz, Betrugsschutz und Legitimität möglich sind - ist der erfolgreiche Schutz von Investoren und Nutzern wahrscheinlicher", sagte Greg Cudahy von Enrst & Young den Kollegen von CNET.

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