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Foto-Verbot bei Kendrick Lamar

Also eigentlich alles wie früher
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Viele Leserinnen und Leser werden sich nicht mehr an die Zeit erinnern können, in der ein Handy nicht zur Standardausstattung gehörte und an Kameras in Mobiltelefonen noch nicht zu denken war. Dass heute jeder ein Smartphone in der Tasche hat, hat unsere Welt nachhaltig verändert. Und auch Dinge normal werden lassen, die früher strikt reglementiert bzw. verboten waren: Fotos machen auf Konzerten zum Beispiel.

Kommen Künstler heute auf die Bühne, gehen tausende von Händen in die Höhe – mit Telefonen. Fotos, Videos, Selfies: Was da vorne passiert, wird festgehalten und sofort geteilt. Mit anderen Worten. Was da vorne wirklich passiert, ist eigentlich egal.

Das geht immer mehr Musikern auf die Nerven. Kendrick Lamar ist nun auch einer von ihnen. Für seine gerade gestartete Europa-Tour hat der brillante Musiker nun ein generelles Foto-Verbot ausgerufen. Nicht nur die Fans sollen die Smartphones in der Tasche lassen – auch Pressefotografen können sich nicht akkreditieren.

Lamar – und seine Kollegen, die ähnliche Maßnahmen verhängt haben – argumentieren mit der Stimmung (geht verloren), haben dabei aber vor allem den Schutz der eigenen Marke im Blick, der auch die Kontrolle über die Bildrechte umfasst. Und wenn Instagram mit den Bildern des ersten Konzert nicht überläuft, kommen vielleicht auch mehr Menschen zum zweiten Gig.

Es bleibt die Frage, wie effektiv die Richtlinie tatsächlich umgesetzt werden kann. 15.000 Schließfächer für Smartphones werden sich so schnell nicht organisieren und aufstellen lassen in den Konzerthallen – das Sicherheitspersonal dürfte eine Kontrolle latent überfordern. Viel ändern wird sich also nicht; von ein paar Sprüchen in Richtung Publikum mal abgesehen.

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