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Die Gesundheitssparte von Nokia hat keine Zukunft

170 Millionen Euro in den Fitness-Sand gesetzt
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The Verge wurde eine interne E-Mail zugespielt, in der Nokias Strategie-Chefin Kathrin Buvac über die Zukunft von Nokia Health informiert, der Sparte, in der die Gesundheits- und Fitness-Gadgets betreut werden. Genau diese Zukunft scheint besiegelt.

Seit vergangener Woche wird dieser Geschäftsbereich intern geprüft, dabei steht vor allem die Profitabilität im Mittelpunkt. Um die ist es nicht gut bestellt. Nokia hatte vor ziemlich genau zwei Jahren den französischen Anbieter Withings übernommen – für 170 Millionen Euro. Eine Investition, die sich offenbar nicht gelohnt hat. Der anvisierte Wachstum wurde nicht erreicht, die Erwartungen des Unternehmens somit nicht erfüllt.

Aktuell verkauft Nokia eine Reihe von smarten Gesundheits-Gadgets: die klassisch anmutenden Uhren der Steel-Reihe, Waagen, Thermometer, Blutdruckmesser zum Beispiel. Erst im Januar hatte man auf der CES mit Nokia Sleep eine eine Matte angekündigt, die unter die Matratze geschoben wird und so den Schlaf überwacht – SmartHome-Steuerung inklusive.

Die Übernahme von Withings stand aber von Anfang an unter einem schlechten Stern. Wirklich interessante neue Produkte, die Bewegung in die Branche bringen und vor allem auch die Mitbewerber anzählen, hat Nokia bislang nicht vorgelegt. Dafür verscherzte es man sich mit alten Withings-Kunden beim Re-Design der Smartphone-App, verschob die Auslieferung der Smartwatch Steel HR und strich ob juristischer Bedenken ein Alleinstellungsmerkmal der smarten Waage Body Cardio.

Final ist die Entscheidung, sich von Nokia Health zu trennen, noch nicht. Die Formulierungen in der Mail von Frau Buvac sprechen aber eine klare Sprache:

"Wir sehen aktuell keinen Weg, wie diese Sparte ein bedeutungsvoller Teil von Nokia werden kann."

Das Unternehmen wolle sich zudem vornehmlich auf B2B-Lösungen konzentrieren. Hier könne Gesundheit durchaus auch weiter eine Rolle spielen – nur das Geschäft mit den Endkunden scheint sich nicht zu lohnen. Die Tatsache, dass Frau Buvac alle weiteren Äußerungen zu Nokia Health bereits in der Vergangenheit formuliert, dürften selbst die letzten Zweifler überzeugen.

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