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Nasa-Forschungsgruppe: Benutzen wir doch einfach die Sonne als Teleskoplinse

Hochauflösende Bilder von weit entfernten Himmelskörpern
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Letztes Jahr schlugen Nasa-Forscher vor, Exoplaneten mithilfe des Gravitationslinseneffekts der Sonne extrem hochauflösend abzulichten. Jetzt sind Slava G. Turyshev et al. mit einem Abschlussbericht zurück, der Machbarkeit umreißen soll. Ihr Urteil: Es ist schwierig, aber machbar. Sobald die Rakete mit der entsprechenden Sonde gestartet ist, müsste man nur rund 40 Jahre warten.

Davor aber wären große Hürden zu überwinden. Erst müsste ein geeigneter Exoplanet gefunden werden, dann eine Raumsonde mit bislang unerprobtem Design weit, weit weg von der Erde in der Fokuslinie der solaren Gravitationslinse geparkt werden und dann mithilfe eines aufwändigen Verfahrens der sogenannte Einsteinring, also das zum Ring verzerrte Bild des Planeten abgescannt und mit einer ganzen Reihe komplexer Bildbearbeitungsverfahren zu einem nützlichen Scheibenbild vereinfacht werden.

Aber der Aufwand und das Warten würden dicke belohnt: Wenn all das gelingen sollte, dann könnte man zum Beispiel einen 100 Lichtjahre entfernten Planeten mit einer Bildauflösung von 1.000 × 1.000 Metern abbilden - ein näher gelegener Planet sogar mit einer Auflösung von wenigen Hundert Metern. Dazu gäbe es elektromagnetische Signale, die eventuell aus der Richtung des Planeten kommen - Alien-Funk?

Das Paper erwägt verschiedene Konzepte und Missionsdesigns. Nachdem die prinzipielle Machbarkeit nachgewiesen ist, wird nun an den Details gearbeitet. Wer das ganze interessante Paper nicht lesen will (aber auch als Nicht-Astronom bekommt man da wirklich noch genug interessantes Futter und lustig ist es sogar auch), kann es mit diesem Video versuchen, das das Prinzip der Gravitationslinsenfotografie und ein realistisches Missionsszenario darstellt.

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