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Digitaler Binnenmarkt tritt in Kraft

Netflix, Spotify und Co. in allen europäischen Ländern gleichsam nutzen können
Ji-Hun Kim
04.02.18
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Ab dem 1. April gilt die neue Regelung für grenzüberschreitende Portabilität. Demnach müssen Anbieter kostenpflichtiger Online-Inhalte in jedem EU-Land für die gleichen Zugangsmöglichkeiten sorgen. Ein Netflix-Kunde aus Frankreich muss im Ostseeurlaub genauso die Inhalte nutzen können, wie ein deutscher Spotify-Kunde bei seinem Businesstrip in Athen. In vielen Fällen war es bislang zwar auch schon möglich, nun ist diese Regelung aber europaweit bindend. Lest unten die vollständige Mitteilung.

Nach den neuen Vorschriften müssen Anbieter kostenpflichtiger Online-Inhalte ihren Abonnenten, die vorübergehend in der EU reisen, grenzüberschreitende Portabilität bieten.

Ab dem 1. April 2018 werden die Europäerinnen und Europäer Zugang zu den Online-Inhalten haben, die sie zu Hause abonniert haben, unabhängig davon, wo sie sich in der EU befinden.

Mit der Verordnung über die Portabilität von Online-Inhaltediensten, die am 1. April in Kraft tritt, soll in allen EU-Mitgliedstaaten sichergestellt werden, dass Europäerinnen und Europäer, die in ihrem Herkunftsmitgliedstaat Filme, Sportsendungen, Musik, e-Bücher und Spiele kaufen oder abonnieren, diese Inhalte weiter nutzen können, wenn sie in einem anderen EU-Land reisen oder sich vorübergehend dort aufhalten.

Auch Anbieter von Online-Inhaltediensten werden von den neuen Vorschriften profitieren. Ihnen wird ermöglicht, ihren Abonnenten grenzüberschreitende Portabilität von Online-Inhalten zu bieten, ohne dafür Lizenzen für die anderen Gebiete erwerben zu müssen, in denen sich die Abonnenten vorübergehend aufhalten.

Nachdem die Roaming-Gebühren zur Freude der Verbraucher in ganz Europa seit Juni 2017 effektiv abgeschafft wurden, stellt die Beseitigung der Grenzen, die die Europäer daran hinderten, digitale Medien und Abonnements auf Reisen zu nutzen, einen weiteren Erfolg des digitalen Binnenmarkts für die Bürgerinnen und Bürger dar.

Die neuen Vorschriften tragen den neuen Verhaltensweisen der europäischen Bürger, die neue Technologien nutzen, unmittelbar Rechnung. So gaben die Verbraucher zwischen 2010 und 2014 pro Jahr 113 % mehr für Video-on-Demand-Abos aus. Die Zahl der Nutzer stieg zwischen 2014 und 2015 um 56 %. Schätzungen zufolge könnten zudem mindestens 29 Millionen Menschen – bzw. 5,7 % der Verbraucher in der EU – die grenzüberschreitende Portabilität nutzen. Und in Zukunft könnten es noch weitaus mehr werden: bis zu 72 Millionen Nutzer bis 2020.

Darüber hinaus geben fast 60 % der jungen Europäerinnen und Europäer an, dass die Möglichkeit, ihre Abonnements auch auf Reisen nutzen zu können, ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung für ein Online-Dienstabonnement ist.

Diesem Anliegen wird entsprochen, indem die Portabilität zur Realität gemacht wird. Im Gegenzug wird dies dazu beitragen, dass die Abonnentenzahlen der Diensteanbieter steigen.

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