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DS-GVO: Datenschutz als Selbstverständlichkeit

Eine kleine Beobachtung: Wie ein Gesetz die Wahrnehmung verändert
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Ich habe in den letzten Wochen und an anderer Stelle viel über die Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) geschrieben: Ein EU-Gesetz, das am 25. Mai wirksam wird und den Datenschutz in der EU deutlich stärken wird. Aber wie das mit Datenschutz-Themen so ist, bleibt das alles meist recht abstrakt. Daten sind abstrakt, ihr Gebrauch und ihr Missbrauch sind abstrakt.

Aber neulich morgens habe ich eine Mail bekommen, die diese Distanz zum Thema ein wenig verringert hat. Vor Jahren habe ich mich aus Recherchezwecken beim Kalorienzähler von Lifesum angemeldet (mit meiner echten E-Mail). Jetzt fragt mich das Unternehmen, ob ich diesen Account behalten wolle. Wenn ich nichts tue, werden meine Daten anonymisiert und mein Konto gelöscht. Das ist das Privacy by Default, das explizit von der EU allen Organisationen, die personenbezogene Daten verarbeiten, vorgeschrieben wird.

Die generelle Datenschutzverordnung [...] besagt, dass deine persönlichen Daten anonymisiert werden müssen, wenn du deinen Account für mehr als 18 Monate nicht genutzt hast. Einfach gesagt: Dein Account wird geschlossen werden und du wirst Lifesum mit der von dir angegebenen E-Mail-Adresse nicht mehr nutzen können.

Für mich war diese Mail ein Vorgeschmack dessen, was in den nächsten Monaten zu einer neuen Wirklichkeit für uns alle werden kann: Nicht nur, dass quasi im Verborgenen der Datenschutz besser wird, sondern dass wir auf ganz neue Weise mit unseren Daten, unserer Rolle als Datenquelle und der Datenverarbeitung weit und breit konfrontiert werden.

Während bislang - das war die Dreistheit der Firmen - die Einwilligung zur Datennutzung einfach vorausgesetzt und durch undurchdringliche Nutzungsbedingungen und Verschränkungen von nötiger und unnötiger Datenverarbeitung unaussprechbar gemacht wurde, könnte jetzt ein Thema werden: Etwas, über das man Reden kann.

Und das ist am Ende so einfach wie diese ganz neue, völlig ungewöhnliche Frage: Sollen wir Deine Daten behalten? Jetzt ist nur spannend, wie viele Firmen sich dieser neuer Wirklichkeit verweigern - und damit ihre Wertschätzung ausdrücken.

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